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Timo Boll bestritt gegen China sein 100. Länderspiel © imago

Der Europameister verliert in Moskau mit 1:3 gegen China. Boll bringt Deutschland in Führung, doch dann drehen die Chinesen auf.

Moskau - Olympia-Revanche verloren, Silber gewonnen: Trotz des glänzend aufgelegten Timo Boll haben die deutschen Tischtennis-Asse das WM-Finale in Moskau 1:3 gegen die übermächtigen Chinesen verloren.

Im Gegensatz zum Olympia-Endspiel von Peking war der Europameister oft auf Augenhöhe, doch ein Punkt von Boll war am Ende zu wenig.

Dank der Bronzemedaille der Frauen verbuchte der DTTB in der russischen Metropole dennoch die erfolgreichste Team-WM aller Zeiten.

Nach Silber 2004 und Bronze 2006 feierte der Europameister bereits seine dritte WM-Medaille in sechs Jahren und bescherte Bundestrainer Richard Prause einen großen Abschied.

Nach der WM übernimmt Jörg Roßkopf das Kommando in der Box.

"Der Erfolg lässt sich kaum noch toppen"

Für die Frauen war das Turnier im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Singapur beendet, doch einen ähnlichen Erfolg hatte der DTTB nur 1997 in Manchester verbucht.

Damals hatten beide deutschen Teams das Halbfinale erreicht und waren jeweils auf Platz drei gelandet. "Der Erfolg lässt sich kaum noch toppen. Es ist die Bestätigung der Arbeit von allen", sagte DTTB-Präsident Thomas Weikert.

Prause vertraute gegen die Chinesen auf das Olympia-Trio mit Boll, Dimitrij Ovtcharov sowie Christian Süß.

Anführer Boll ließ Deutschland in seinem 100. Länderspiel gleich von der Sensation träumen. Der Weltranglistendritte gab gegen Ma Long die ersten beide Sätze ab, kämpfte die Nummer eins der Welt dann jedoch 3:2 nieder.

Ovtcharov verliert gegen Ma Lin

Nach dem verschlafenen Start setzte Boll seinen gefürchteten Vorhand-Topspin immer effektiver ein, und der junge Chinese zeigte sich beeindruckt. "Ein Meisterstück der Technik und Athletik, der Intelligenz und der mentalen Kraft", sagte DTTB-Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb.

Ovtcharov nahm den mentalen Vorteil durch Bolls Sieg mit in das Duell gegen Ma Lin und begegnete dem Olympiasieger in weiten Phasen des Spiels auf Augenhöhe. Letztlich musste sich der für Charleroi spielende 21-Jährige in teilweise knappen Sätzen 0:3 geschlagen geben.

Im dritten Match führte Süß gegen Zhang Jike bereits 11:7 und 9:6, ehe der Chinese das Kommando übernahm und den Favoriten durch ein 3:1 erstmals in Führung brachte.

Boll kämpfte im Anschluss gegen Ma Lin verzweifelt um den Ausgleich, verlor jedoch in einem hochklassigen Match 1:3.

Vor dem großen Finale gegen China hatten Boll und die Silberjungs den Tag betont locker verbracht. Nach dem Frühstück gab es gegen 12 Uhr ein leichtes Mittagessen in der Pizzeria des Spielerhotels Kosmos, zweieinhalb Stunden vor Spielbeginn ging es per Shuttle in den 35.000 Zuschauer fassenden Olympischen Sportkomplex.

Singapurs Frauen schlagen China

Die Frauen um Europameisterin Jiaduo Wu (Kroppach) scheiterten zwar im Halbfinale 0:3 an Singapur, können aber ebenfalls behaupten, nur vom späteren Weltmeister geschlagen worden zu sein.

Singapur setzte sich im Finale völlig überraschend 3:1 gegen Titelverteidiger China durch. China hatte die vergangenen acht Weltmeisterschaften gewonnen, seit 1975 hieß der Team-Weltmeister der Frauen mit Ausnahme von 1991 immer China.

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