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Seiya Kishikawa kam im Sommer 2009 aus Bremen nach Düsseldorf © imago

Dem deutschen Rekordmeister um Superstar Timo Boll winkt das Triple. Seiya Kishikawa holt gegen Charleroi den benötigten Punkt.

Düsseldorf - Mit dem zur Nummer drei "degradierten" Timo Boll hat Borussia Düsseldorf erneut den europäischen Tischtennis-Thron bestiegen.

Der deutsche Rekordmeister verteidigte den Titel trotz eines 1:3 im Final-Rückspiel der Champions League gegen den belgischen Vertreter Royal Vilette Charleroi erfolgreich.

Düsseldorf profitierte vom 3:0-Sieg aus dem Hinspiel. Nach dem Triumph in der Königsklasse und dem Pokalsieg fehlt Boll und Co. nur noch die deutsche Meisterschaft zum Triple.

"Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, nach 2009 jetzt wieder Champions League Sieger zu sein. Obwohl wir vor einem Jahr auch ganz oben auf dem Treppchen standen ist es keine Selbstverständlichkeit, das beste Team Europas zu sein. Daher genießen wir unseren Triumph", sagte Team-Europameister Christian Süß.

Boll unterliegt Ovtcharov

Im durch die Team-WM unterbrochenen Endspiel stand der Sieger schon fest, bevor Boll überhaupt zum Schläger gegriffen hatte.

Der Japaner Seiya Kishikawa holte durch ein 3:1 gegen Belgiens Altmeister Jean-Michel Saive den zur erfolgreichen Titelverteidigung noch benötigten Punkt.

Bolls Niederlage gegen Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov und alle folgenden Spiele hatten damit nur noch statistischen Wert.

Düsseldorf winkt das Triple

Bereits am Mittwoch können Boll und Co. den nächsten Titel gewinnen. Im Endspiel um die deutsche Meisterschaft empfangen die Rheinländer die TTF Ochsenhausen.

Das erste Aufeinandertreffen beim Dauerrivalen hatte Düsseldorf 3:2 gewonnen.

Düsseldorf hat neben nun drei Siegen in der Champions League sechs Erfolge im Europapokal der Landesmeister, drei Siege im ETTU-Pokal, 18 deutsche Pokalsiege und 22 deutsche Meisterschaften zu Buche stehen. In der Königsklasse bleibt weiterhin Charleroi mit fünf Erfolgen Rekordsieger.

Boll nur an Position drei

Im ausverkauften Deutschen Tischtennis Zentrum wählte Trainer Dirk Wagner in seinem vorletzten Einsatz in der Borussia-Box eine ungewöhnliche taktische Variante und setzte seinen Star Timo Boll nur an Position drei. Damit war klar, dass der zehnmalige Europameister nur einmal zum Einsatz kommen würde.

Im ersten Match sollte der taktische Schachzug jedoch erst einmal nach hinten los gehen. Doppel-Europameister Christian Süß verlor gegen den Chinesen Wang Jian Jun 1:3 und statt Siegestaumel war auf der Düsseldorfer Bank zittern angesagt.

Kishikawa macht alles klar

Kishikawa musste gegen Saive nur kurz zittern, als er den dritten Satz deutlich abgab.

Nach kurzer Jubelpause unterlag der von einer Muskelverhärtung im Rückenbereich geplagte Boll Ovtcharov 1:3.

Dadurch verschlechterte sich die Saisonbilanz der Nummer zwei der Welt auf 15:2-Siege. Süß unterlag zum Abschluss 1:3 gegen Saive.

Wagner folgt Prause

Am Ende der Saison verlässt Erfolgstrainer Wagner die Borussia nach vier Jahren. Unter seiner Führung holte Düsseldorf 2008 und 2009 die deutsche Meisterschaft.

Wagner wechselt wie Bundestrainer Richard Prause an die österreichische Werner Schlager Academy. Neuer Trainer in Düsseldorf wird der niederländische Nationaltrainer und Ex-Borusse Danny Heister.

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