vergrößernverkleinern
Timo Boll belegte im Jahr 2003 erstmals Platz eins der Weltrangliste © imago

Eine Medaille haben die DTTB-Herren bereits sicher - doch Boll formuliert höhere Ansprüche. Die Damen erleben einen Alptraum.

Ostrau - Bronze in der Tasche, Gold im Visier: Timo Boll und Co. haben bei der Tischtennis-EM in Ostrau Titelkurs eingeschlagen.

Die Mannschaft um den zehnmaligen Europameister aus Düsseldorf hat nach einem 3:1 im Viertelfinale gegen das einstige Topteam Schweden eine Medaille bereits sicher - zwei Siege fehlen nur noch für den vierten EM-Titel in Serie.

Nächste Hürde ist am Dienstagnachmittag Frankreich, das sich beim 3: 1 gegen Kroatien ebenfalls stark präsentierte. Den deutschen Damen dagegen versagten im entscheidenden Moment die Nerven.

Trotz 2:0-Führung und vier "Bronze-Bällen" unterlagen Einzel-Europameisterin Jiaduo Wu, Kristin Silbereisen und Sabine Winter Rumänien noch 2:3. Es flossen Tränen, denn die Überraschungsdritten der WM in Moskau spielen nur um die Plätze 5 bis 8. Nächster Gegner ist Ungarn.

Nur der Titel zählt

Boll, sein Düsseldorfer Doppelpartner Christian Süß und Dimitrij Ovtcharov machten mit dem Rekord-Europameister Schweden (14 Titel) kurzen Prozess und ließen überhaupt nichts anbrennen.

Insgesamt gab das Trio in einem einseitigen Viertelfinale gegen das dominierende Team der 80er und 90er Jahre nur drei Sätze ab.

Doch Bronze ist nicht annähernd Bolls Anspruch. "Alles andere als der Titel wäre eine Enttäuschung", sagte der 29-Jährige: "Meine Form wird immer besser. Wir sind die Chinesen Europas, das wollen wir dokumentieren."

"Das ist ein Alptraum"

Die Damen dokumentierten am Montag nur ihre mentale Anfälligkeit.

Die deutschen Spielerinnen hatten eine Medaille fast schon in der Hand, als das Nervenflattern ihnen einen dicken Strich durch die Rechnung machte.

Das Team verschenkte die große Chance, um den ersten EM-Mannschaftstitel seit 1998 zu kämpfen.

"Das ist schon ein Albtraum", sagte Sabine Winter, die allein dreimal den Matchball zur Medaille auf dem Schläger hatte.

Jammer statt Jubel

Jammer statt Jubel war nach dem Marathonmatch über 3:15 Stunden angesagt.

Auch Topspielerin Wu, die auf Chinesisch schimpfte wie ein Rohrspatz, hatte einen Matchball ausgelassen. Jörg Bitzigeio nahm das kleine Drama in fünf Akten im Gegensatz zu einigen Spielerinnen mit Fassung.

"Im Halbfinale ist man, wenn man drei Punkte hat. Wir haben keine", sagte der Bundestrainer, der aber auch die Defizite ansprach: "Wir haben unmenschlich viele Chancen ausgelassen."

Die deutsche Meisterin Silbereisen vergab im entscheidenden Spiel gegen Elizabeta Samara (0:3) die letzte.

Gute Auslosung für Boll

Am Montag wurden zudem die Einzelwettbewerbe ausgelost.

In den ersten Runden muss Topfavorit Boll am Donnerstag keine großen Brocken aus dem Weg räumen.

Zum Auftakt erwartet ihn ein Duell mit einem Qualifikanten, in der zweiten Runde könnte er auf den Dänen Christian Kongsgaard oder den Serben Zolt Pete treffen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel