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Timo Boll holte in Ostrau mit dem Team seinen elften EM-Titel © imago

Deutschlands Vorzeige-Profi hält sich bei der EM in Einzel und Doppel nicht lange auf. Weitere DTTB-Spieler gewinnen zum Auftakt.

Ostrau - Timo Boll machte kurzen Prozess und nahm sein drittes Titel-Triple ins Visier.

Am Tag nach dem Triumph mit der Mannschaft schüttelte der elfmalige Champion seine ersten Gegner bei der Tischtennis-EM in Ostrau ab wie lästige Fliegen.

Ganz locker marschierte Boll in die dritte Einzelrunde und das Achtelfinale des Doppelwettbewerbs und stand dafür insgesamt nur 78 Minuten am Tisch.

"Ich gammele nicht rum und habe zugesehen, dass ich die Spiele so schnell wie möglich beende. Zwei Einzel und zwei Doppel. Das ist hardcore! Ein knallhartes Turnier", sagte der 29-Jährige.

Über 20 Spiele

Boll hielt sich penibel an seine Devise. "Kräfte schonen, Sätze sparen, Ballwechsel kurz halten, das ist jetzt ganz wichtig. Ich habe schon neun Teameinzel in den Knochen", sagte der deutsche Ausnahmespieler.

Boll muss in der CEZ Arena auf dem Weg zu drei Titeln ein wahres Marathonprogramm mit wohl über 20 Spielen absolvieren. Für eine Feier war deshalb am Mittwochabend auch keine Zeit gewesen: "Ich war zeitig im Bett. Alles andere kann ich mir nicht leisten. Natürlich hätte ich lieber einen Tag frei, aber das gibts nicht mehr."

Noch ohne Satzverlust

37 Minuten mit Christian Süß im Doppel, 41 Minuten im Einzel - die meist namenlosen Gegner brachten Boll zu keinem Zeitpunkt in Verlegenheit. "Auch die Nummer 600 kann hier Tischtennis spielen. Die schlagen dann wild drauflos, machen ganz verrückte Dinge", hatte der Weltranglisten-Zweite zwar vermutet.

Julien Indeherberg aus Belgien (643) stand aber gegen den Topfavoriten erwartungsgemäß auf verlorenem Posten, ebenso der Serbe Zolt Pete (92). Beide erzielten keinen Satzgewinn gegen Boll, der sich eine Stunde mehr Schlaf als üblich gegönnt hatte, um den Tag durchzustehen. Auch Doppelpartner Süß zog im Einzel in die dritte Runde ein.

Guter Auftakt für DTTB-Profis

Ansonsten war die Bilanz der deutschen Spieler am ersten Tag der Individualwettbewerbe zunächst beinahe makellos. Vier der fünf Damen um Titelverteidigerin Jiaduo Wu zogen wie in die dritte Runde ein, beide Frauen-Doppel schafften zudem den Sprung ins Achtelfinale. Auf der Strecke blieben vorerst nur Sabine Winter sowie das zweite Herren-Doppel Patrick Franziska/Patrick Baum.

Dimitrij Ovtcharov (Sehnenverletzung im Fuß) dagegen trat die Heimreise an. Um 13.45 Uhr stieg der Russland-Legionär ins Flugzeug, um seine Eltern in Hameln zu besuchen und sich behandeln zu lassen. "Diese Verletzung ist total ärgerlich, weil ich in Topform bin", schimpfte er: "Aber ich hatte Riesenschmerzen. Es ging nicht mehr." Der 22-Jährige muss voraussichtlich 14 Tage pausieren.

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