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Dimitrij Ovtcharov gewann mit der deutschen Mannschaft Olympia-Silber 2008 in Peking © imago

Nach seiner positiven Dopingprobe spricht Dimitrij Ovtcharov über den Tag der Probe udn mögliche Erklärungen.

München - Nur wenige Tage nach dem so positiven Verlauf bei der Tischtennis-EM in Ostrau mit dem Triple-Erfolg von Timo Boll, sorgt nun ein weiteres positives Ergebnis für Schlagzeilen im Tischtennis - wenn auch für negative.

Dimitrij Ovtcharov ist positiv auf das Dopingmittel Clenbuterol getestet worden.

Die Nachricht davon traf die deutsche Nummer zwei tief. Für den 22-Jährigen ist der Nachweis der verbotenen Substanz unerklärlich.

Im Interview äußert sich Ovtcharov zu seiner Situation.

Frage: Herr Ovtcharov, was ging in Ihnen vor, als sie von dem positiven Dopingtest erfahren haben?

Dimitrij Ovtcharov: Das war der schlimmste Tag in meinem Leben, wie wenn ein Familienmitglied stirbt. Ich habe zuerst gedacht, dass ich machtlos bin. Dabei bin ich gerade auf dem Höhepunkt meiner Karriere, ich bin so gut drauf gewesen.

Frage: Haben Sie eine Erklärung für das Ergebnis der Probe?

Ovtcharov: Ich kann nur beteuern, dass ich unschuldig bin. Experten haben mir gesagt, dass in China schon ein falsches Stück Fleisch reicht, um positiv getestet zu werden. Und mein Wert war sehr gering. Ich werde alle Tests machen und alles dafür tun, meine Unschuld zu beweisen.

Frage: Haben Sie denn andere Sachen gegessen als Ihre Teamkollegen?

Ovtcharov: Nein. Ich esse gerne und viel Fleisch, vor allem Rind wegen der Proteine. Ich muss auch zugeben, dass es ein gutes Hotel war.

Frage: Was würde Clenbuterol im Tischtennis bringen?

Ovtcharov: Gar nichts. Im Gegenteil. Muskelaufbau bringt im Tischtennis fast gar nichts, viele Muskeln sind eher schädlich.

Frage: Was sagen Sie den Leuten, die meinen, 'wieder einer, der alles leugnet?

Ovtcharov: Ich könnte die Leute sogar verstehen, das habe ich bei Dopingfällen selbst immer gesagt. Aber wenn ich etwas Verbotenes gemacht hätte, hätte ich mich doch anders verhalten. Ich wäre wegen der Kontrollgefahr doch erst gar nicht nach China geflogen. Außerdem hätte ich dem Kontrolleur, den ich doch gut kenne, zu Hause gar nicht aufgemacht. Das wäre dann ein Mistest gewesen, da wäre nichts passiert.

Frage: Was geht in Ihnen vor, wenn Sie an eine zweijährige Sperre denken?

Ovtcharov: Ich würde damit nicht fertig werden. Ich will und kann darüber gar nicht nachdenken. Dann wäre meine Karriere zerstört.

Frage: Hätten Sie in einem solchen Fall Hilfe?

Ovtcharov: Ja, meine Familie und meine Freunde.

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