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Dmitrij Ovtcharov lässt seinen Gegner vom 1. FC Saarbrücken keine Chance
Dimitrij Ovtcharov wurde in diesem Jahr mit dem DTTB-Team Vizeweltmeister © getty

Den Dopingverdacht hat Dimitrij Ovtcharov abgeschüttelt. Nun schlägt er in Magdeburg auf. Aus der Vergangenheit hat er gelernt.

München - An Dimitrij Ovtcharov ist nur noch die Einstellung positiv.

Zwei Wochen nach seinem Doping-Freispruch genießt der Mannschaftseuropameister seine Rückkehr ins Rampenlicht beim Weltcup am Wochenende in Magdeburg fast wie eine Wiedergeburt.

"Das ist eines der wichtigsten Turniere der Welt. Normal gehe ich sehr ernsthaft in solche Wettbewerbe, bin gut vorbereitet und sehr konzentriert", beschrieb der 22-Jährige seine Gemütsverfassung.

Und ergänzte: "Zwar habe ich seit Ende der Suspendierung extrem viel trainiert, aber hauptsächlich fühle ich nur Freude darüber, endlich wieder spielen zu können. Das ist wie eine Befreiung."

Nun sensibler für Thema Doping

Ganz hinter sich lassen kann Ovtcharov, der bei der Deutschland-Premiere des Eliteturniers zweiter Hoffnungsträger neben dem topgesetzten Weltranglistenzweiten Timo Boll ist, die Vorgänge um den Clenbuterol-Befund in A- und B-Probe einer Trainingskontrolle allerdings noch nicht.

"Man hört beim Stichwort Doping auf einmal genauer hin, ist sensibler und bekommt plötzlich auch mehr mit, was im Zusammenhang damit noch alles passiert. In Spielerkreisen fragen viele nach, was denn eigentlich genau los war, und diskutieren über Doping", berichtet der Weltranglistenzwölfte.

Das Interesse an der Thematik im nicht gerade als dopinganfällig geltenden Tischtennis kommt nicht von ungefähr.

Zumal der Freispruch für "Dima" aufgrund einer geschlossenen Kette von Entlastungsindizien ein Novum in der Geschichte der Doping-Kontrollen in Deutschland darstellt.

Für Bewertung noch zu früh

Für eine Einordnung seines sportjuristischen Coups sieht der Russland-Legionär (Fakel Orenburg), der die Aufnahme verseuchten Fleisches in China als Ursache für das Clenbuterol in seiner Kontrolle anführte, die Zeit noch nicht gekommen.

"Ich spüre, wie der Abstand auch durch die Rückkehr der Konzentration auf Tischtennis schon größer wird. Aber bewerten kann ich alles noch nicht. Dazu ist es zu früh", so Ovtcharov.

In der Aufarbeitung strebt er ein Gespräch mit dem Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) an. Auf der Agenda könnte dabei auch die vom Anti-Doping-Experten Werner Franke im Zuge der "Affäre Ovtcharov" angemahnte Verantwortung von Verbänden für die Ernährung von Athleten im Ausland stehen.

In China nur Nudeln, Reis und Fisch

Generell will der Hamelner seine Essgewohnheiten nicht gleich zu einer Wissenschaft erheben: "Ich habe mich viel über Ernährung erkundigt. In Deutschland und Europa fühle ich mich sicher. Bevor ich aber in Zukunft in ein Land reise, das ich nicht so gut kenne, informiere ich mich gründlich über die Lebensmittel dort."

Besondere Regeln hat sich der frühere EM-Dritte für Aufenthalte im Land der Tischtennis-Großmacht China auferlegt: "Ich bin oft da. Aber man kann auch mit Nudeln, Reis und Fisch eine Woche überleben."

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