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Dimitrij Ovtcharov steht derzeit in der Weltrangliste auf Platz zwölf © getty

Der vom Dopingverdacht freigesprochene 22-Jährige schlägt in Magdeburg den Griechen Kreanga. Auch Timo Boll gewinnt zum Auftakt.

München/Magdeburg - Das deutsche Europameister-Duo Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov hat beim Weltcup in Magdeburg zum Auftakt im Gleichschritt Kurs auf das Viertelfinale genommen.

Boll startete den Anlauf auf seinen dritten Triumph beim viertwichtigsten Turnier der Welt mit einem souveränen 4:0-Erfolg gegen den Singapur-Chinesen Gao Ning.

Zuvor hatte sein früherer Düsseldorfer Klubkollege Ovtcharov gegen den zweimaligen Weltcup-Finalisten Kalikos Kreanga (Griechenland) durch ein 4:3 ein gelungenes Comeback nach seinem Doping-Freispruch gefeiert.

"Durch die beiden Siege ist für beide das Viertelfinale machbar. Zwei Spiele, zwei Siege - mehr kann man zunächst nicht wollen", resümierte Bundestrainer Jörg Roßkopf nach dem ersten Durchgang des 135.000-Dollar-Turniers.

Ovtcharov muss über volle Distanz

Nach den ersten drei Sätzen sah der Mannschafts-Europameister Ovtcharov gegen Kreanga schon wie der sichere Sieger aus, verlor jedoch die folgenden drei Durchgänge und machte erst im letzten Satz alles klar.

Erfreut war "Rossi" vor allem über Ovtcharovs erfolgreiche Rückkehr ins Turniergeschehen nach der sechswöchigen Zwangspause.

"Dima hat einige leichte Fehler gemacht, aber das ist nach solch langer Pause eigentlich normal. Wichtig war, dass er gewonnen hat und in diesem Turnier möglichst viele Spiele macht, da kommen die Sicherheit und der Rhythmus auch bald wieder", sagte Roßkopf.

Durch verunreinigtes Rindfleisch in China soll die verbotene Substanz Clenbuterol in den Körper des 22-Jährigen gelangt sein. Der Profi mit ukrainischer Herkunft wurde daraufhin im September suspendiert, Mitte Oktober aber vom Dopingversuch freigesprochen.

Jetzt gegen den Weltmeister

Ovtcharov selbst zog nach seinem ersten offiziellen Match seit der EM im September im tschechischen Ostrau ebenfalls ein positives Zwischenfazit.

"Ich bin so locker geblieben, wie ich mich vor dem Turnier gefühlt habe. Aber natürlich ist es trotzdem schwierig, nach solch einer Phase wieder reinzukommen. Deswegen bin ich erstmal froh, dass ich gewonnen habe, auch wenn ich Chancen hatte, höher zu gewinnen", sagte der bei Fakel Orenburg spielende Rechtshänder.

In den weiteren Vorrunden-Spielen trifft der ehemalige Düsseldorfer auf Weltmeister Wang Hao aus China sowie Hongkongs Spitzenspieler Tang Peng.

Boll ohne Probleme

Timo Boll hatte in seinem ersten Auftritt deutlich weniger Schwierigkeiten.

Der topgesetzte Weltranglistenzweite und zweimalige Weltcupsieger gewann sein erstes Vorrunden-Match gegen den 15 Plätze tiefer notierten Gao Ning 4:0 (11:9, 11:8, 11:1, 15:13).

Die deutschen Mannschafts-Europameister schufen sich durch ihre Auftaktsiege im Rennen um die Siegprämie von 44.000 Dollar gute Ausgangspositionen.

Mizutani als Prüfstein

Der Weltranglistenzweite Boll, Weltcup-Sieger 2002 und 2005, war recht zufrieden mit seinem Aufgalopp gegen den 15 Positionen tiefer notierten Asiaten.

"Gao Ning ist für mich recht angenehm zu spielen. Aber gegen Mizutani muss ich noch etwas zulegen", sagte der Rekordeuropameister vom Triple-Gewinner Borussia Düsseldorf.

Da konnte Roßkopf nur zustimmen: "Da muss er sicher noch ein paar Bälle mehr spielen, um zu gewinnen. Aber Timo steigert sich ja oft in einem Turnier."

Seinen zweiten Auftritt kommt es für Boll zum vorentscheidenden Spitzeneinzel der Gruppe A gegen den japanischen Top-Spieler Jun Mizutani.

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