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Dimitrij Ovtcharov steht derzeit in der Weltrangliste auf Platz zwölf © getty

Der Weltranglistenzweite bleibt in Magdeburg auch im zweiten Auftritt ungeschlagen. Ovtcharov verliert gegen den Weltmeister.

Magdeburg - Rekordeuropameister Timo Boll hat beim Weltcup in Magdeburg das vielversprechende Comeback seines EM-Kollegen Dimitrij Ovtcharov überstrahlt.

Der topgesetzte Weltranglistenzweite kann beim Anlauf auf seinen dritten Triumph beim viertwichtigsten Turnier der Welt nach zwei Vorrunden-Erfolgen praktisch schon fest für das Viertelfinale planen.

Und auch der zehn Plätze tiefer notierte Ovtcharov darf sich im ersten offiziellen Wettkampf nach seinem Doping-Freispruch nach einem Sieg und einem respektablen Auftritt gegen Chinas Weltmeister Wang Hao noch berechtigte Hoffnungen auf den Einzug in die Runde der besten Acht machen.

Dem souveränen 4:0 gegen den Singapur-Chinesen Gao Ning ließ Boll ein 4:1 im Spitzeneinzel der Gruppe A gegen den japanischen Weltranglistenzehnten Jun Mizutani eine folgen.

Boll will mehr

"Ich habe mich schon steigern müssen, um meine weiße Weste behalten zu können, aber das war bei einem solchen Weltklasse-Teilnehmerfeld auch nicht anders zu erwarten", sagte Boll.

Im Rennen um die 45.000 Dollar Siegprämie bei der Deutschland-Premiere des 150.000-Dollar-Turniers richtete der Turniersieger von 2002 und 2005 den Blick aber schon vor seinem letzten Vorrunden-Match am Samstag gegen den chinesisch-stämmigen Südamerikameister Liu Song (Argentinien) weiter nach vorne.

"Ich hoffe, dass ich in diesem Turnier einige weitere Gelegenheiten bekomme, noch mehr herauszuholen", sagte Boll.

Ovtcharov zufrieden

Schon wieder einiges von seinem Potenzial zeigte auch Ovtcharov bei seinem Comeback nach dem Doping-Freispruch.

Auch wenn dem 4:3-Sieg gegen den zweimaligen Weltcup-Finalisten Kalinikos Kreanga (Griechenland) ein 1:4 gegen Weltmeister Wang folgte.

"Ich bin so locker in die Spiele gegangen, wie ich mich nach der Lösung der Probleme in den vergangenen Wochen schon vorher gefühlt habe. Natürlich ist es nach einer solch langen Pause schwer, aber ich bin zufrieden und wirklich überhaupt froh, dass ich wieder spiele", sagte der frühere EM-Dritte.

Durch verunreinigtes Rindfleisch in China soll die verbotene Substanz Clenbuterol in den Körper des 22-Jährigen gelangt sein. Der Profi mit ukrainischer Herkunft wurde daraufhin im September suspendiert, Mitte Oktober aber vom Dopingversuch freigesprochen.

"Dima braucht Spiele"

Selbst der WM-Champion zog vor dem Rechtshänder den Hut: "Das Spiel war viel knapper als das Ergebnis. Er hat mir viel abverlangt."

Auch Bundestrainer Jörg Roßkopf sieht Ovtcharov schon vor dem "Endspiel" des 22-Jährigen vom russischen Topklub Fakel Orenburg am Samstag gegen den sieben Positionen tiefer geführten Hongkong-Chinesen Tang Peng um einen Platz im Viertelfinale auf einem guten Weg.

"Er hat vor allem gegen Kreanga noch einige leichte Fehler gemacht. Aber Dima braucht jetzt Spiele, um wieder in einen Rhythmus zu kommen, dann wird er auch wieder seine vorherige Sicherheit erlangen. Insgesamt hat er aber schon wieder eine ganz gute Leistung gebracht, es ist gut, dass er wieder zurück ist."

Wang bereits im Viertelfinale

Ovtcharov-Bezwinger Wang steht unterdessen als einer von zwei Spielern im Viertelfinale.

Neben dem Titelgewinner der Jahre 2007 und 2008 steht außerdem auch schon der weißrussische Titelverteidiger Wladimir Samsonow bereits in der Runde der besten Acht.

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