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Timo Boll startet bei den Olympischen Spielen in Rio
Timo Boll hat 2002 und 2005 den World-Cup gewonnen © getty

Nach einem schweren Sieg steht der zweimalige Titelgewinner beim Weltcup im Halbfinale. Ovtcharov scheitert an einem Chinesen.

Magdeburg - Der Weltranglistenzweite Timo Boll (Düsseldorf) ist beim Weltcup in Magdeburg im Halbfinale Europas letzte Hoffnung.

Der EM-Rekordchampion erreichte beim 135.000-Dollar-Turnier durch einen 4:3-Erfolg gegen den 14 Plätze tiefer notierten Taiwanesen Chuang Chih-Yuan als einziger Star vom Alten Kontinent die Vorschlussrunde und fordert auf dem Weg zu seinem dritten Weltcup-Triumph am Sonntag nun Chinas Weltmeister Wang Hao heraus.

Team-Europameister Dimitrij Ovtcharov (Hameln) schied unterdessen bei seinem Comeback nach dem Doping-Freispruch nach überzeugenden Vorstellungen im Viertelfinale durch ein 2:4 gegen den chinesischen Weltranglistendritten Zhang Jike aus.

Boll will "mein Bestes geben"

"Das war ein ganz schön hartes Stück Arbeit gegen Chuang. Das Halbfinale nun gegen Wang wäre auch mal wieder ein schönes Finale gewesen", sagte Boll in Anspielung auf seinen Endspiel-Triumph 2005 und die Final-Niederlage vor zwei Jahren gegen den WM-Titelträger.

Nach seinem packenden Erfolg gegen Chuang und dem vorherigen 4:0-Pflichtsieg zum Vorrundenabschluss gegen Südamerikameister Liu Song (Argentinien) betonte er: "Ich werde im Halbfinale sicher mein Bestes geben müssen, um ihn schlagen zu können. Aber ich konnte mich ja schon häufig steigern."

Der Star von Triple-Gewinner Borussia Düsseldorf erfüllte die Erwartungen der über 4600 Zuschauer besonders bei seiner Aufholjagd gegen Chuang.

1:3-Rückstand aufgeholt

Im Duell mit dem früheren Bundesliga-Spieler der TTF Ochsenhausen zeigte der 29-Jährige nach einem 1:3-Rückstand Kämpferqualitäten und riss die Begegnung auch dank seiner enormen Willenskraft noch aus dem Feuer.

Mehrfach feierte das Publikum den Linkshänder, der vor Wochenfrist im Finale der Austrian Open in Wels gegen den Portugiesen Thiago Apolonia selbst eine 3:1-Führung verspielt hatte, für spektakuläre Punkte in atemberaubenden Rallies.

Ovtcharov, der Zhang einen leidenschaftlichen Kampf bot und zuvor das "Endspiel" um einen Viertelfinal-Platz gegen Top-20-Spieler Tang Peng (Hongkong) mit 4:1 deutlich für sich entschieden hatte, zog nach seinem ersten Turnierstart seit Aufhebung der Suspendierung wegen Dopingverdachts ein positives Fazit.

Ovtcharov überrascht sich selbst

"Ich habe mich selbst überrascht. Ich habe das Gefühl, dass ich trotz der langen Pause fast schon wieder auf dem Niveau spiele, auf dem ich vor zwei Monaten gewesen bin", sagte der 22-Jährige.

Er stellte nochmals den Spaß-Faktor bei seinem Comeback hervor: "In allen Spielen habe ich eine unglaubliche Lockerheit gespürt. Ich bin wirklich sehr froh, dass alles hinter mir liegt, und es beflügelt mich offenbar, dass ich endlich wieder spielen kann."

Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig wies auf die wertvollen Erfahrungen für den Russland-Legionär vom ETTU-Cup-Sieger Fakel Orenburg hin: "Es ist gut für Dimitrij gewesen, bei diesem Turnier gleich gegen zwei absolute Top-Chinesen zu spielen. Er kann zufrieden sein."

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