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Timo Boll ist mit insgesamt vier Titeln Rekordeuropameister © getty

Timo Boll muss beim Weltcup in Magdeburg dem Kräfteverschleiß Tribut zollen. Er scheitert im Halbfinale am Turniersieger.

Magdeburg - Auch beim "Heimspiel" in Magdeburg ist für Rekordeuropameister Timo Boll der Traum vom dritten Weltcup-Triumph unerfüllt geblieben.

Der sichtlich von Kraftverschleiß gebeutelte Weltranglistenzweite scheiterte im Halbfinale an Chinas Weltmeister Wang Hao mit 1:4 und muss damit weiter auf die Wiederholung seiner Erfolge beim viertwichtigsten Turnier der Welt von 2002 und 2005 warten.

Boll tröstete sich mit dem 4:3-Erfolg im Spiel um Platz drei gegen den acht Ränge tiefer notierten Japaner Jun Mizutani und einer Prämie von immerhin noch 15.000 Dollar.

Ovtcharov scheitert im Viertelfinale

Sein Europameister-Kollege Dimitrij Ovtcharov meldete sich nach seinem Doping-Freispruch mit überraschend guten Auftritten in der Weltelite zurück und kam bis ins Viertelfinale.

Dort verlor er 2:4 gegen den chinesischen Weltranglistendritten Zhang Jike.

Beim Griff nach seinem dritten Titelgewinn und dem 45.000-Dollar-Siegerbonus war WM-Champion Wang durch ein 4:1 im Duell der chinesischen Europameister-Bezwinger mit Zhang erfolgreich.

Boll hadert mit Fehlern

"Mir fehlt momentan die Frische, aber trotzdem habe ich gegen Wang alles versucht. Doch um ihn zu schlagen, muss eben alles stimmen. sagte Boll zu seinem von ungewohnt vielen leichten Fehlern geprägten Halbfinal-Auftritt gegen den WM-Champion.

"Unter den Umständen kann ich zufrieden sein, auch wenn ich gerne einen Heimsieg geholt hätte", lautete Bolls Fazit

"Rossi" treibt Boll zum Viertelfinal-Sieg

Schon im Viertelfinale gegen den auf Rang 16 notierten Taiwanesen Chuang Chih-Yuan waren Boll rund zwei Monate nach seinem dreifachen EM-Triumph im tschechischen Ostrau die Strapazen der vergangenen Wochen anzumerken.

Häufig stand der 29-Jährige nicht gut zum Ball und geriet schnell mit 1:3 in Rückstand, konnte die Partie aber durch Hilfestellung von Bundestrainer Jörg Roßkopf noch in ein 4:3 drehen.

"Rossi hat mich aus der Lethargie geholt, damit ich nicht in Selbstmitleid zerfließe. In der Komfortzone hätte ich mit 1:4 verloren. Ich musste über den Kampf ins Spiel finden", sagte Boll.

"Psychisch hat Timo eine Glanzleistung vollbracht", lobte Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig vom Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) den Kraftakt des Linskhänders.

"Habe mich selbst überrascht"

Ovtcharov bot Zhang einen leidenschaftlichen Kampf. Zuvor hatte er das "Endspiel" um einen Viertelfinal-Platz gegen Top-20-Spieler Tang Peng (Hongkong) mit 4:1 deutlich für sich entschieden.

Nach seinem ersten Turnierstart seit Aufhebung der Suspendierung wegen Dopingverdachts zog er ein positives Fazit.

"Ich habe mich selbst überrascht. Ich habe das Gefühl, dass ich trotz der langen Pause fast schon wieder auf dem Niveau spiele, auf dem ich vor zwei Monaten gewesen bin", sagte der 22-Jährige.

Bundestrainer lobt Ovtcharov

Er hob nochmals den Spaß-Faktor bei seinem Comeback hervor: "In allen Spielen habe ich eine unglaubliche Lockerheit gespürt. Ich bin wirklich sehr froh, dass alles hinter mir liegt, und es beflügelt mich offenbar, dass ich endlich wieder spielen kann."

Sportdirektor Schimmelpfennig wies auf die wertvollen Erfahrungen für den Russland-Legionär vom ETTU-Cup-Sieger Fakel Orenburg hin: "Es ist gut für Dimitrij gewesen, bei diesem Turnier gleich gegen zwei absolute Top-Chinesen zu spielen. Er kann zufrieden sein."

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