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Timo Boll stand als erster Deutscher auf Platz eins der Weltrangliste © imago

Boll muss nach der Final-Niederlage bei den German Open um die Führung in der Weltrangliste bangen. Dennoch ist er zurfrieden.

Dortmund - Timo Boll hat bei den German Open in Dortmund Chinas Großangriff auf seinen Thron in der Weltrangliste nur teilweise abschmettern können.

Trotz seines Finaleinzugs beim Heimspiel muss er nun um seine Spitzenposition bangen.

Nach dem imponierenden Halbfinal-Triumph über den chinesischen Olympiasieger und Weltranglistendritten Ma Lin (4:2) musste sich der Europameister im Endspiel im dritten Duell mit einem Topspieler aus dem Reich der Mitte binnen 24 Stunden dem Asien-Cup-Sieger Zhang Jike unerwartet deutlich mit 0:4 geschlagen geben.

"Wenn die Chinesen so geballt mit ihren Besten bei einem Turnier antreten, ist es immer unheimlich schwer durchzukommen. Aber auch wenn es gegen den dritten Chinesen im Turnier nicht mehr ganz gereicht hat und ich gerne vor eigenem Publikum gewonnen hätte, bin ich zufrieden", so Boll.

"Ich habe zwei starke Spieler aus Chinas Mannschaft geschlagen. So kurz vor der WM bringt das viel Selbstvertrauen, und aus dem Finale kann ich außerdem auch wichtige Lehren für Rotterdam ziehen", resümierte Boll den letztlich vergeblichen Griff nach seinem fünften German-Open-Erfolg.

Acht-Punkte-Polster zu klein?

Trotz seiner Endspielteilnahme in der Westfalen-Metropole und schon zwei Wochen zuvor in Doha/Katar könnte Boll allerdings in der kommenden März-Weltrangliste seine Führung verlieren.

Aufgrund des komplizierten Berechnungssystems kosten Boll seine Niederlagen gegen Zhang und in Doha gegen den Weltranglistenachten Xu Xin (China) wegen seiner höheren Einstufung überproportional viele Punkte.

Sein Polster von acht Zählern auf den chinesischen Weltmeister Wang Hao (im Halbfinale 1:4 gegen Zhang) könnte nun nicht zur Behauptung des ersten Platz reichen.

Medaille wichtiger als Weltrangliste

Ob die Chinesen Bolls Sturz als erklärtes Ziel tatsächlich erreicht haben, ist jedoch noch unklar: In Dortmund konnten die Auswirkungen des Turniers auf das Ranking unmittelbar nach dem Finale nicht berechnet werden.

Bolls Fokus allerdings ist ohnehin schon auf Rotterdam gerichtet.

"Natürlich ist es schön, die Nummer eins der Welt zu sein. Aber ich habe schon vor Wochen gesagt, dass mir eine Einzelmedaille bei der WM oder 2012 bei Olympia in London wichtiger ist", sagte der 29-Jährige zu den Rechenschieber-Überlegungen in der Halle.

Klopp und Co. als Glücksbringer

Im Finale brachten Trainer Jürgen Klopp und mehrere Stars von Bolls Lieblingsfußballklub und Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund kein Glück.

Nach der Rückkehr vom Triumph tags zuvor bei Meister Bayern München unterstützten die BVB-Stars ihren treuen Anhänger auf der Tribüne der Westfalenhalle.

Gegen Zhang, den der EM-Rekordchampion (13 Titel) in Katar noch klar geschlagen hatte, konnte der Linkshänder nicht an seine Vorstellung bei den Siegen gegen Ma und am Samstag im Achtelfinale gegen Top-20-Spieler Hao Shuai (4:1) anknüpfen.

Siege gegen Ma sind "etwas Besonderes"

"Ich bin nicht ins Spiel gekommen, und dann ist es gegen einen so starken Spieler wie Zhang schwer zu gewinnen", meinte Boll.

Umso mehr Bedeutung hatte für den Publikumsliebling, der seit Samstag nach dem frühen Aus aller weiteren deutschen Aktiven spätestens in der zweiten Runde auch die Rolle des Alleinunterhalters spielen musste, seine vorangegangene Gala gegen Ma Lin: "Meine Bilanz gegen Ma ist immer noch deutlich negativ, deswegen sind Siege gegen ihn immer noch etwas Besonderes."

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