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Timo Boll holte bei der Weltmeisterschaft in Rotterdam die Bronzemedaille © getty

Der WM-Bronzemedaillengewinner macht im Finale der Champions-League den nötigen Punkt und schlägt dabei den früheren Kollegen.

Orenburg - Als der Titel-Hattrick in der Königsklasse feststand, huschte nur ein kurzes Lächeln über Timo Bolls Gesicht.

Zwei Sätze hatte der WM-Bronzemedaillengewinner (Bericht: Boll holt bei WM Bronze) gegen Dimitrij Ovtcharov bereits gewonnen - das reichte Borussia Düsseldorf nach dem 3:0 im Hinspiel gegen den russischen Meister Fakel Orenburg zum erneuten Gewinn der Champions League.

Am Ende konnte sich der deutsche Rekordmeister sogar eine 1:3-Niederlage erlauben.

Den einzigen Düsseldorfer Punkt im Rückspiel holte Boll in der Neuauflage des WM-Achtelfinals von Rotterdam gegen seinen Kumpel und Nationalmannschaftskollegen Ovtcharov, mit dem er Team-Silber bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften gewonnen hat.

Süß leistet Vorarbeit

Das Match der beiden besten deutschen Tischtennisspieler ist ein Prestige-Duell - die Spannung fiel erst nach dem 3:1 (12:10, 8:11, 11:5, 11:8) über Ovtcharov ab.

"Ich bin überglücklich, dass ich nach der WM-Bronzemedaille in Rotterdam nun auch mit der Mannschaft erfolgreich bin. Das war mir eine Herzensangelegenheit", sagte Boll. Manager Andreas Preuß jubelte: "Ich bin total überwältigt. Wir sind die Könige von Europa."

Die Vorarbeit zu Düsseldorfs viertem Titelgewinn in Orenburg hatte Nationalspieler Christian Süß geleistet. (Machen Sie es wie SPORT1 und Timo Boll: Unterstützen Sie München 2018)

Zwar unterlag er, anders als im Hinspiel, gegen Ex-Europameister Wladimir Samsonow (Weißrussland) 2:3 (11:3, 9:11, 5:11, 11:8, 9:11), die Satzgewinne brachten den Gästen jedoch die Gewissheit, dass nahe der kasachischen Grenze kein Tischtennis-Wunder passieren wird.

Spektakel für die Zuschauer

So war das Champions-League-Finale schnell eine Show-Veranstaltung, die alle Ballkünstler auf beiden Seiten nutzten, um die Zuschauer zu unterhalten.

Vize-Europameister Patrick Baum verteidigte mit gekonnter Ballonabwehr und hatte trotz der 2:3 (8:11, 11:8, 5:11, 11:9, 7:11)-Niederlage gegen Alexei Smirnow sichtlich Spaß.

Das Duell der beiden besten europäischen Spieler Boll und Samsonow begeisterte trotz fehlender Spannung die Zuschauer mit spektakulären Ballwechseln.

Triple vor Augen

Der 3:0 (11:7, 12:10, 11:7)-Sieg von Samsonow spielte keine Rolle mehr. Der deutsche Rekordmeister stieß noch in der Halle auf seine Vorherrschaft in Europa an.

Mit dem Champions-League-Sieg ist die Saison für Borussia Düsseldorf allerdings noch nicht vorbei. "Man könnte glauben, dass die Borussia nach all den Titeln irgendwann satt ist, aber das ist nicht der Fall", meinte Christian Süß und richtete seinen Blick bereits auf das nächste Finale.

Die Rheinländer streben nämlich das zweite Saison-Triple mit Erfolgen in der Königsklasse, Pokal und Meisterschaft in Serie an.

Nach dem 3:1 im Final-Hinspiel gegen TTF Ochsenhausen sind Timo Boll und Co. nur noch einen Schritt von einer weiteren perfekten Saison entfernt. Am 5. Juni (13.00 Uhr) soll die endgültige Krönung erfolgen.

(Bericht Hinspiel)

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