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Timo Boll holte mit Borussia Düsseldorf zum zweiten Mal in Serie das Triple © getty

Der WM-Dritte feiert mit zwei Siegen einen gelungenen Auftakt seiner China-Wochen und verdient sich ein ganz besonderes Lob.

Peking/München - Timo Boll hat zum Auftakt seiner China-Wochen neue Nadelstiche gegen die Tischtennis-Großmacht gesetzt.

Als Kapitän einer Weltauswahl sorgte der WM-Dritte im Traditionsvergleich gegen die einheimischen Weltmeister in Schanghai bei der 1:4-Niederlage der Allstars durch seinen ersten Erfolg gegen den Weltranglistensiebten Xu Xin (3:2) für einen Coup.

Einen Tag später entzauberte der Rekordeuropameister bei seinem Einstand in Chinas Super League auch den hochgelobten früheren Junioren-Weltmeister Fang Bo mit 3:2 und leitete damit den 3:0-Erfolg seines Teams gegen den zuvor ungeschlagenen Spitzenreiter ein.

"Leider waren wir mit der Weltauswahl wieder gegen China unterlegen. Wenigstens habe ich den Bann gegen Xu Xin gebrochen und ihn zum ersten Mal besiegt. Das war ein gutes Spiel. Insgesamt kann ich mit dem ersten Wettkampf-Wochenende zufrieden sein", sagte Boll.

Boll knackt nächsten Chinesen

Sein klares 0:3 von Schanghai gegen den drei Plätze tiefer notierten Mannschafts-Weltmeister Ma Long ließ der Weltranglistenzweite in der Bilanz dann unerwähnt.

Aber tatsächlich dürfte besonders Bolls erster Sieg gegen Katar-Open-Sieger Xu im vierten Duell Chinas Nationaltrainer Liu Guoliang bitter aufgestoßen sein.

Wieder einmal nämlich konnte Boll einen Chinesen knacken, den Liu als Bank gegen den Linkshänder aufgebaut hatte. (Machen Sie es wie SPORT1 und Timo Boll: Unterstützen Sie München 2018)

"Boll ist wie ein Staatsfeind"

Lius Respekt vor Boll war schon vorher kaum noch zu steigern. "Boll ist wie ein Staatsfeind, ein Gegner aller 1,3 Milliarden Chinesen. So lange er spielt, werde ich nicht ruhig schlafen können", hatte der frühere Weltmeister vor dem Duell seiner Mannschaft mit der Weltauswahl in Schanghai über den zweimaligen Weltcupsieger gesagt.

Boll die Komplimente seiner Gastgeber zurück höflich zurück: "Das Lob ehrt mich. Aber die Lücke zwischen den Chinesen und mir ist schon noch recht groß. Liu kann sicherlich noch ruhig schlafen."

Der 30-Jährige selbst bezeichnet sein drittes Super-League-Engagement nach fünf Jahren Pause als wichtigen Bestandteil der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2012 in London.

"Die Vergleiche mit den besten Chinesen und ihr Training können mich gerade im Jahr vor Olympia weiter nach vorne bringen", sagte er.

Olympiasieger als Sparringspartner

Umso mehr muss Liu sich sorgen: Neben den Punktspielen in der vermutlich stärksten Liga der Welt hat es alleine schon das Training in sich.

Schließlich ist in der Mannschaft von Hangzhou kein Geringerer als der chinesische Olympiasieger Ma Lin ein Sparringspartner für Boll.

Abhängig von Hangzhous Erfolg bestreitet Boll in den kommenden gut vier Wochen noch neun weitere Matches für seinen Klub.

Anpassung fällt leicht

Die Anpassung an die Lebensgewohnheiten seiner Gastgeber sollte für den Star von Triple-Gewinner Borussia Düsseldorf (Bericht: Boll auf dem Zahnfleisch: "Gerade noch gerettet") kein Problem sein:

Aufgrund seiner Erfolge und seiner Popularität in China ist das Reich der Mitte für Boll ein regelmäßiges Reiseziel.

Den chinesischen Liga-Alltag mit seinen teilweise strapaziösen Reisen kennt der Linkshänder bereits durch seine vorherigen Gastspiele 2005 bei Guangdong Baomashi und ein Jahr später bei Zhejiang Haining Hongxiang.

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