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Timo Boll holte bei der WM in Rotterdam im Einzel die Bronzemedaille © getty

Der Europameister geht beim World Cup in Paris an den Start. Trotz eingeschränkter Fitness ist die Teilnahme unbezahlbar.

Paris - Paris dürfte bei Timo Boll nicht gerade hoch im Kurs stehen.

Die Metropole verzückt ihn sicherlich wie so viele andere Menschen auch, doch sportlich will es in der Stadt der Liebe nicht so richtig laufen. (EXKLUSIV: Timo Boll im Interview)

Vor acht Jahren scheiterte Boll bei der WM als Nummer eins der Weltrangliste bereits in der zweiten Runde, beim World Cup drei Jahre später schaffte er es nicht einmal bis ins Viertelfinale.

Für den World Cup stehen die Vorzeichen ebenfalls nicht gut.

Kurzfristig fit

Erst am Mittwochabend meldete sich Boll für das zweitwichtigste Einzelturnier nach der WM fit. Eine Reizung der Lendenwirbelsäule hatte ihn zuvor außer Gefecht gesetzt, weshalb in Paris wohl keine Großtaten zu erwarten sein werden.

"Ich freue mich aber darauf, jetzt zum ersten Mal nach meinem langen Aufenthalt in China im Sommer wieder auf die Chinesen zu treffen", sagte Boll.

Nach einer intensiven Reha-Phase hatte Boll von seinem Arzt grünes Licht für einen Start in Paris bekommen. 466410(DIASHOW: Sportliche Namensgeber)

Verzicht auf den World Team Cup

Obwohl der 30-Jährige wohl noch nicht hundertprozentig fit ist, sind die Duelle mit den besten Chinesen für ihn unbezahlbar.

Bereits in der Vorwoche musste Boll schweren Herzens auf den World Team Cup in Magdeburg verzichten und mit ansehen, wie China die deutsche Mannschaft 3:1 besiegte.

Dem großen Ziel Olympiamedaille wird momentan alles untergeordnet. Da kommt auch schon einmal die Erholung zu kurz.

Boll muss sich quälen

Er habe vorher gewusst, dass er sich ein paar Wochen quälen müsse, sagte Boll. (Bericht: Boll nach EM-Gold: "Titel hat Kraft gekostet").

Nach dem World Cup wird es dann jedoch etwas ruhiger, erst Ende des Jahres beginnt die heiße Vorbereitungsphase für die Heim-WM in Dortmund und die Sommerspiele in London im kommenden Jahr.

Neben Boll ist in Dimitrij Ovtcharov ein weiterer Deutscher in Paris am Start.

Ovtcharov wird zur Gefahr

Der Russland-Legionär zeigte mit seinem 3:1 gegen Ex-Weltmeister Wang Hao beim World Team Cup, dass er für die Chinesen durchaus eine Gefahr darstellt.

Wang Hao wird bei dem mit 150.000 Dollar dotierten Turnier als Titelverteidiger starten, Top-Favorit ist jedoch sein Landsmann und Weltmeister Zhang Jike.

Wenn schon nicht an Paris, so hat Boll wenigstens an den World Cup fast nur gute Erinnerungen. (Games: Werden Sie Tipp-König bei SPORT1).

Aufstieg beim Wolrd Cup

In Jinan gewann er den Titel 2002 erstmals und den Chinesen wurde bewusst, dass sich dort in Europa ein ganz gefährlicher Spieler entwickelt.

Drei Jahre später brachte Boll in Lüttich dann das Kunststück fertig, die drei besten Chinesen nacheinander zu besiegen.

Von da an bezeichnete man ihn im Reich der Mitte als "Staatsfeind Nummer eins".

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