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Timo Boll spielt seit Dezember 2006 für Borussia Düsseldorf © getty

Der Europameister leistet sich bei den Europe Top 12 "keine Löcher". Ein Däne verhindert das Traumduell gegen Dimitrij Ovtcharov.

Düsseldorf - Topfavorit Timo Boll hat die ersten drei Hürden auf dem Weg zum vierten Europe-Top-12-Titel im Eiltempo genommen.

Deutschlands Ausnahme-Tischtennisspieler erreichte beim jährlichen Ranglistenturnier der besten Spieler des Kontinents in seiner sportlichen Heimat Düsseldorf ohne Mühe das Halbfinale, wo ihn am Sonntag (ab 11.40 Uhr) der Däne Michael Maze erwartet.

Dreifach-Europameister Boll blieb in der Gruppe A mit souveränen 4:0-Siegen sowohl gegen den Kroaten Zoran Primorac als auch gegen Adrian Crisan (Rumänien) ohne Satzverlust und bezwang im Viertelfinale den Österreicher Chen Weixing vor 2500 Zuschauern 4:1 (12:10, 11:5, 11:3, 6:11, 13:11).

Ovtcharovs taktische Mängel

Das Traum-Halbfinale gegen den aufstrebenden Teamkollegen Dimitrij Ovtcharov (ebenfalls Borussia Düsseldorf) kam aber nicht zustande, da der 20-Jährige sich aufgrund spieltaktischer Schwächen Maze mit 2:4 (11:8, 9:11, 9:11, 11:9, 7:11, 10:11) geschlagen geben musste.

Ovtcharov war bei seiner zweiten Top-12-Teilnahme trotz eines 3:4 gegen den 22 Jahre älteren Ex-Weltmeister Jörgen Persson (Schweden) als Zweiter der Gruppe C in die Runde der letzten Acht eingezogen.

Zunächst hatte er dem Österreicher Robert Gardos mit 4:1 (6:11, 14:12, 11:7, 11:4, 11:8) keine Chance gelassen, ehe er gegen Altmeister Persson eine 3:1-Satzführung noch verspielte.

"Keine Löcher gehabt"

Boll, Turniersieger von 2002, 2003 und 2006, war mit seinen Auftritten im Burg-Wächter Castello, Heimspielstätte des deutschen Rekordmeisters, vollauf zufrieden.

"Ich war hochkonzentriert, habe keine Löcher gehabt und mich von Anfang an gut bewegt. Adrian habe ich gleich unter Druck gesetzt", sagte Boll, der einmal mehr seine derzeitige Topform bestätigte.

Der 27-Jährige überzeugte mit druckvollem Angriffsspiel und drängte seine Gegner mit dem Vorhand-Topspin immer wieder in eine Rückwärtsbewegung.

Lohn des intensiven Trainings

2008 war die Nummer eins in Europa und Nummer vier der Weltrangliste nach überstandener Knieverletzung noch ohne einen Sieg in der Vorrunde gescheitert.

2009 wiederholt sich dies nicht, weil Boll praktisch keine Schwächen zeigt. Bundestrainer Richard Prause sprach dem Star des deutschen Tischtennis ein Lob aus.

"Timo hat sich in sehr, sehr konzentrierter Form präsentiert. Er war zwar in den letzten Wochen etwas müde, aber er hat unglaublich intensiv trainiert." Allerdings wurde Boll besonders in der Vorrunde auch kaum gefordert.

Wu nun gegen Boros

German-Open-Finalistin Wu Jiaduo präsentierte sich in der Damenkonkurrenz in starker Form. Sie bezwang in der Vorrunde die Siegerin der vergangenen beiden Jahre, Li Jiao (Niederlande), 4:2 und setzte sich anschließend gegen die 45 Jahre alte Luxemburgerin Ni Xia Lian 4:3 durch.

Ein 4:2-Viertelfinalsieg gegen die Kroatin Tamara Boros bescherte Jiaduo am Sonntag ein Halbfinalduell mit Vorjahresfinalistin Li Qian (Polen).

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