vergrößernverkleinern
Timo Boll spielt in der Bundesliga für Borussia Düsseldorf © imago

Timo Boll schafft bei den Katar Open gegen Chinas Asse die Trendwende. Im Finale gewinnt ihm der Sieg gegen Superstar Ma Lin.

Doha - Chinas Tischtennis-Könige zittern wieder vor Timo Boll. Zwei Monate vor der WM besiegte der Dreifach-Europameister aus Düsseldorf bei den Katar Open Olympiasieger Ma Lin in einem packenden Finale mit 4:3 (Boll bricht den Bann).

Nachdem er gegen die besten Chinesen zuletzt fast nur Niederlagen kassiert hatte, erkämpfte sich Boll in dem Wüstenstaat neben dem Siegerscheck über 30.000 Dollar auch den Respekt der Asse aus dem Reich der Mitte zurück.

"Zwei Monate vor der WM war das natürlich ein sehr wichtiger Sieg für mich. Die Chinesen werden sich ohnehin sehr gezielt auf mich vorbereiten, jetzt vielleicht sogar noch etwas gezielter", sagte Boll und jubelte mit einem breiten Grinsen vom obersten Siegertreppchen.

Auf allerhöchstem Niveau

Er sei in sehr guter Form und hoffe natürlich, diese noch eine Weile kompensieren zu können.

Boll und Ma Lin boten sich eine Partie auf allerhöchstem Niveau, in der Boll sein Gegenüber zwischenzeitlich sogar an die Wand spielte.

"Das war ein offener Schlagabtausch mit spektakulären Ballwechseln", sagte Bundestrainer Richard Prause. Der 27-Jährige lag bereits 3:1 vorn, ehe sich Ma Lin ins Match zurückkämpfte.

"Mehr als sehenswert"

Im entscheidenden Satz gab Boll den fast sicheren Sieg noch aus der Hand, gleich zweimal musste er einen Matchball abwehren.

"Die Art und Weise, wie sich Timo da aus der Affäre gezogen hat und dann seinen eigenen dritten Matchball verwandelte, war mehr als sehenswert", lobte Prause. 14:12 hieß es im siebten Satz für Boll, dem im achten Vergleich auf der Pro Tour der erste Sieg gegen Ma Lin gelang.

Bereits im Halbfinale hatte Boll seinem Coach das Leben nicht gerade leicht gemacht.

Finanziell lukrativ

Gegen den Weltranglisten-Achten Hao Shuai lag der Linkshänder bereits 1:3 hinten, ehe er den Kopf mit einer Gala-Vorstellung gegen den Chinesen noch aus der Affäre zog und die Chancen auf seinen 15. Pro-Tour-Titel am Leben erhielt.

Die mit insgesamt 600.000 Dollar dotierten Wüstenturniere in Doha und Kuwait-Stadt haben sich für Boll nicht nur finanziell gelohnt.

Vielmehr als die insgesamt 40.000 Dollar Preisgeld haben Boll die Duelle gegen die Chinesen gefreut. In vier Spielen ging der Ausnahme-Akteur nur einmal als Verlierer vom Tisch, als er in der Vorwoche in einem Match auf Augenhöhe dem Weltranglisten-Ersten Wang Hao 2:4 unterlag.

Keine Zeit zum Feiern

Zeit zum Feiern blieb Timo Boll jedoch nicht. Bereits am Samstagabend bestieg Boll den Flieger Richtung Heimat.

Am Sonntagnachmittag spielte er bereits wieder für Borussia Düsseldorf in der Bundesliga gegen den TTC Frickenhausen/Würzburg.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel