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Timo Boll war 2003 als erster Deutscher die Nummer Eins der Welt © getty

Timo Boll will den neunten nationalen Titel holen und sich damit auch für das letztjährige Halbfinal-Aus revanchieren.

München - Das schönste Geburtstagsgeschenk will sich Timo Boll am Sonntag selbst bescheren.

Bei den deutschen Meisterschaften in Bielefeld kann sich der Europameister an seinem Ehrentag zum neunten nationalen Titel schmettern und mit den Rekordhaltern Eberhard Schöler und Conny Freundorfer gleichziehen. (VIDEO: Boll entscheidet das DTTL-Spitzenspiel)

Der haushohe Favorit spielt die Erwartungen jedoch in gewohnter Manier herunter. "Wenn ich nur einen Tick müde werde, dann reicht es auf diesem hohen Niveau schon nicht mehr. Der Rekord wäre eine schöne Sache, mein Hauptantrieb ist er allerdings nicht", sagt der 27-Jährige von Borussia Düsseldorf.

"Frage der Ehre"

Die Titelkämpfe in Ostwestfalen sind für Boll alles andere als eine lästige Pflichtnummer auf dem Weg zur WM Ende April in Yokohama.

"Das ist für mich eine Frage der Ehre, dort zu spielen. Da ist immer ein tolle Kulisse", meint Boll.

Der Weltranglisten-Vierte verzichtet in der Bielefelder Seidensticker-Halle allerdings auf die Doppel-Konkurrenz, er will sich nach Kräfte zehrenden Wochen nur auf das Einzel konzentrieren.

Konkurrenz schläft nicht

Die größte Konkurrenz auf dem Weg zum Rekord kommt aus dem eigenen Verein. Dimitrij Ovtcharov und Christian Süß wollen dem Primus nur zu gern ein Bein auf dem Weg in die Geschichtsbücher stellen.

Auch Nationalspieler Bastian Steger rechnet sich Chancen aus.

Revanche für letztes Jahr

Wie schnell der Titeltraum bei der DM platzen kann, musste Boll im Vorjahr in Hamburg erfahren.

Der Titelverteidiger war im Halbfinale an Oberligaspieler Yang Lei 3:4 gescheitert, den Titel holte sich der für Angers spielende Torben Wosik.

Boll verschmerzte seine Niederlage im vergangenen Jahr locker, war es doch sein erster Wettkampf nach zweimonatiger Verletzungspause. Der Ausnahme-Athlet war ohne Wettkampfpraxis in die Hansestadt gereist.

Boll in Top-Form

Die deutschen Meisterschaften waren in der Vergangenheit oft für Überraschungen gut, allerdings dürfte Boll in diesem Jahr nicht zu schlagen sein.

Seit Wochen präsentiert sich der Linkshänder in Top-Form, gewann zuletzt die Katar Open durch einen 4:3-Finalsieg gegen Olympiasieger Ma Lin.

Von diesem Niveau sind seine nationalen Herausforderer noch weit entfernt.

Absage sorgt für Spannung

Mehr Spannung verspricht da schon die Frauen-Konkurrenz. Nach der Absage von Jiaduo Wu scharren gleich eine Handvoll Spielerinnen mit den Hufen.

Titelverteidigerin Tanja Hain-Hofmann und Elke Schall zählen aufgrund ihrer Erfahrung zu den heißesten Gold-Anwärterinnenn.

Die jungen Zhenqi Barthel, Kristin Silbereisen und Amelie Solja wollen ihnen allerdings einen Strich durch die Rechnung machen.

Höhepunkt ist das Comeback

Am Samstag wird die ganze Aufmerksamkeit dem überraschenden Comeback von Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner gehören. (Roßkopf/Fetzner feiern Comeback)

Die Weltmeister von 1989 wagen sich 20 Jahre nach ihrem Titel nochmal gemeinsam an den Tisch.

In der ersten Runde haben die Oldies ein Freilos, auf den Titel schielen sie nicht. Passen würde es jedoch: Letztmals wurden Rossi und Speedy 1996 deutscher Meister - natürlich in Bielefeld.

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