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Timo Boll kann derzeit wegen einer Schulterverletzung nicht spielen © getty

Dem Manager platzt nach der Niederlage ohne Boll der Kragen. Die Bremer Spieler verordnen sich nach dem Pokal-Aus Extra-Training.

Köln - Ohne Timo Boll ist es beim deutschen Tischtennis-Nobelklub Borussia Düsseldorf überhaupt nicht toll.

Nach dem 1:3 bei Bundesliga-Neuling TTC Hagen, der zweiten Pflichtspiel-Pleite des Rekordchampions in der noch jungen Saison ohne den angeschlagenen Rekord-Europameister, herrscht bei den Rheinländern dicke Luft.

Preuß knöpft sich Team vor

"Ich habe das Gefühl, dass wir teilweise in Selbstmitleid erstarren", sagte Manager Andreas Preuß nach der Blamage.

Bolls neuerlicher Ausfall wegen Schulterproblemen und die noch längst nicht beendete Zwangspause des früheren Doppeleuropameisters Christian Süß (Knieprobleme), so scheint es, lähmen die Borussen.

"Ich bin maßlos enttäuscht, entsetzt und wütend zugleich. Haltung und Einstellung stimmten überhaupt nicht. Wir haben uns niederkämpfen lassen und nichts entgegenzusetzen gehabt. Das kann ich nicht akzeptieren", sagte Preuß.

Baum versagt als Anführer

Besonders enttäuschte in Hagen der zweimalige EM-Zweite Patrick Baum.

Die entscheidende 1:3-Niederlage der Nummer 21 der Welt gegen den 108 Plätze tiefer notierten Japaner Maharu Yoshimura unterstrich vor der EM in Österreich (4. bis 13. Oktober) einmal mehr Baums Probleme in der Rolle des Anführers.

"Wenn es mal nicht so läuft, dann muss man über den Kampf kommen, um sich das Selbstvertrauen zurückzuholen. Das habe ich heute über weite Strecken vermisst", meinte Preuß in Richtung des früheren Jugend-Weltmeisters.

Trainer Heister fassungslos

Düsseldorfs Trainer Danny Heister machte der zweite Nackenschlag binnen zwölf Tagen nach dem Champions-League-Fehlstart (2:3 bei SVS Niederösterreich) fassungslos.

"Es ist kaum zu glauben, was sich abgespielt hat. Wir liegen Boden", stellte der Niederländer fest.

Bremen hadert mit Pokal-Aus

Lange Gesichter machten auch die Asse von Meister Werder Bremen nach dem unerwarteten Achtelfinal-Aus im Pokal mit 1:3 bei Ex-Titelträger TTC Grenzau.

"Wir sind traurig, denn der Pokal wäre der kürzeste Weg zu einem Erfolg gewesen", sagte Manager Sascha Greber über das Ende der ersten Titelchance seines Teams.

Mannschaft streicht sich freien Tag

Bei der Ergründung von Werders zweiter Pflichtspiel-Niederlage in Folge (zuvor 1:3 in der Champions League bei Walter Wels/Österreich) schloss Greber den gestiegenen Druck auf das Meister-Trio als Ursache nicht aus:

"Wir haben uns mehr vorgenommen als in der vergangenen Saison und zum ersten Mal sogar Ziele ausgegeben. Vielleicht liegt es daran, vielleicht aber auch daran, dass alle anderen Mannschaften gegen uns als Meister ja nichts zu verlieren haben und völlig befreit aufspielen können."

Die Reaktion der Bremer Spieler immerhin war meisterlich.

Greber: "Auf eigenen Wunsch hat die Mannschaft am sonst freien Montag schon am Vormittag wieder trainiert."

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