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In der Bundesliga spielt Timo Boll seit 2006 für Borussia Düsseldorf © getty

Nach seinem Titel-Hattrick strotzt Timo Boll vor Selbstbewusstsein. Durch ein straffes Programm will er sein Niveau bis zur WM halten.

Bremen - Keine 24 Stunden nach dem German-Open-Sieg saß Timo Boll schon wieder im Flugzeug.

Reise- und sportliches Ziel sind derzeit identisch: China beherrscht die Gedankenwelt des Tischtennis-Stars fünf Wochen vor Beginn der WM in Japan.

"Ich kehre nach Peking zurück, an die Olympiastätte. Ausnahmsweise nicht für Tischtennis, sondern als Botschafter mit einer Wirtschaftsdelegation. Bei der WM dann will ich die Chinesen aber packen", sagte Boll vor dem Start am Frankfurter Flughafen.

Der unerfüllte Traum von einer WM-Einzelmedaille soll in Yokohama Wirklichkeit werden - dieses Ziel verkauft Boll offensiv wie nie.

"Topform konservieren"

"Ich bin in der Form meines Lebens. Ich treffe immer die richtigen Entscheidungen derzeit. Ich muss jetzt nur meine Topform konservieren."

Dafür gönnt sich der dreifache Europameister "keine Atempause".

"Entspannung gibt es jetzt fast nicht mehr. Mittwoch kehre ich aus Peking zurück, Sonntag steht schon Champions League auf dem Plan, Mittwoch dann Bundesliga und Sonntag wieder Champions League."

Bundestrainer Richard Prause plant daher nur noch "einige Trainingsspitzen, ansonsten einen Wechsel von Be- und Entlastung".

Vier Titel in 42 Tagen

Chinas Topstars, das ist die deutliche Botschaft des Botschafters Boll, müssen sich warm anziehen.

"Ich bin momentan so stark - mal schauen, was bei der Dopingkontrolle herauskommt", scherzte der 28-Jährige, nachdem er in Bremen die Einzel- und Doppelkonkurrenz gewonnen hatte.

Gut, besser, Boll. Die Bilanz der letzten Wochen: Vier Titel in 42 Tagen (Einmaliger Hattrick nach der "Ochsentour") .

Eine kleine Schwächephase des Dominators im Doppelfinale, während der die Japaner Mizutani/Kishikawa nach 0:3 noch auf 2:3 herankamen, diente dem Ausnahmespieler zur Erdung. "Auch ich bin keine Maschine und verschlage manchmal einfache Bälle. Das ist im Moment wichtig zu sehen, damit ich nicht abhebe", sagte Boll.

Auch Süß überraschend stark

Aus Sicht des Deutschen Tischtennis-Bundes brachte das deutsche Pro-Tour-Turnier einige weitere erfreuliche Erkenntnisse.

Bolls Doppelpartner Christian Süß überraschte mit dem Einzug ins Halbfinale. (Süß folgt Boll ins Halbfinale)

"Ich bin der Weltspitze näher gekommen. Ich bin aktiver, schneller, kräftiger und mental verbessert", sagte der 23-Jährige.

Prauses Prognose: "Auch das Top-Doppel spielt sicher um eine Medaille."

Sorgenkind Ovtcharov

Die Ergebnisse der DTTB-Frauen waren erfreulich, geben aber keinen Anlass zum Träumen.

Jiaduo Wu und Zhenqi Barthel erreichten das Viertelfinale, Wu und Elke Schall das Doppelfinale.

Der Verband hat mit Dimitrij Ovtcharov, der nach dem Aus in der zweiten Runde frustriert abreiste, zudem ein Sorgenkind.

"Dennoch war es insgesamt ein sehr erfolgreiches Turnier", sagte Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig. "Wir sind gut, aber in Japan treffen wir ja auch auf die sehr Guten." (Boll: "Schlechte Chinesen gibt es nicht")

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