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Jörg Rosskopf nahm zwischen 1985 und 2008 an 16 Weltmeisterschaften teil © getty

Timo Bolls Ex-Verein TTV Gönnern steht vor dem Bundesliga-Aus. Ein Bezirksligist möchte einspringen und Jörg Roßkopf holen.

Frankfurt/Main - Vor zwei Jahren feierte der TTV Gönnern noch Erfolge mit Europameister Timo Boll, jetzt steht der ehemalige Champions-League-Sieger in der Deutschen Tischtennis Liga (DTTL) vor dem Aus.

Die Hessen planen aufgrund finanzieller Probleme die für die Bundesliga bislang einmalige Übertragung ihrer Lizenz auf den Achtligisten TG Hanau.

Einen entsprechenden Bericht der Frankfurter Rundschau vom Mittwoch bestätigte das Ligasekretariat des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB).

Rosskopf als Galionsfigur?

Bereits für Freitag ist eine Pressekonferenz in Hanau angesetzt. Für den Fall der Zustimmung durch die Liga will der derzeitige Bezirksligist Hanau den früheren Doppel-Weltmeister Jörg Roßkopf vom Erstligisten TTC Jülich als künftige Galionsfigur verpflichten.

Allerdings ist Hanau zurzeit offenbar noch auf der Suche nach Sponsoren.

Lizenzübertragungen sind nach den Statuten der DTTL-Ordnung vorbehaltlich mehrerer Bedingungen grundsätzlich möglich. Derzeit läuft noch das Lizenzierungsverfahren für die Saison 2009/10, für die Gönnern noch selbst eine Zulassung beantragt hat.

Zuletzt nur mit Nachwuchsspielern

Am 5. Mai will der Liga-Ausschuss in Düsseldorf über die Lizenzvergabe für die Vereine entscheiden.

Gönnern plagen schon seit mehreren Jahren Finanzprobleme. Der Klub konnte in der ausklingenden Saison überwiegend nur mit Nachwuchsspielern lediglich zwei Siege feiern.

Aufgrund der Schwierigkeiten bei der Suche nach Sponsoren musste der zweimalige DTTB-Pokal-Sieger den früheren Weltranglistenersten Timo Boll 2007 nach zwölf Jahren zu Rekordmeister Borussia Düsseldorf ziehen lassen.

Auch Helmut Hampl im Gespräch

In Gönnern war Boll mit 14 Jahren als jüngster Spieler in die Bundesliga-Annalen eingegangen und 2003 zur ersten Nummer eins der Weltrangliste aus Deutschland aufgestiegen.

Die jüngste Entwicklung ist offenkundig das Ergebnis einer Allianz zur Unterstützung des Spitzen-Tischtennis in Hessen. Der Landesverband hat bereits seine notwendige Zustimmung für den Standort-Wechsel erteilt.

Denkbar erscheint im Falle von Hanaus "Raketen-Aufstieg" neben Einsätzen des gebürtigen Hessen Roßkopf auch ein Engagement von Hessens Landestrainer Helmut Hampl, der bereits seit Jahren überwiegend für seine Arbeit in Gönnern freigestellt ist.

Der Coach hatte einst die Jugendspieler Roßkopf und vor allem Boll zu Weltklasse-Athleten ausgebildet.

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