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Dimitrij Ovtcharov stieß 2008 ins Viertelfinale des Europe-TOP-12-Turniers vor © getty

Das Aus des Aushängeschilds dämpft die deutschen Erwartungen bei der WM in Japan. Ovtcharov sieht sich nun unter größerem Druck.

Yokohama - Timo Boll sitzt traurig zu Hause auf dem Sofa und drückt die Daumen. Doch ohne den verletzten Star braucht das deutsche Tischtennis-Team ein Wunder, wenn sich der Traum von einer WM-Medaille in Yokohama/Japan erfüllen soll. (Boll muss die WM absagen)

"Wir spielen auch ein kleines bisschen für Timo. Wir probieren es hier zusammen", sagte Bundestrainer Richard Prause.

Mit Boll stehen die fünf Starter des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) täglich über E-Mail und Skype in Kontakt. Ab Donnerstag wird es ernst, dann greifen sie ins Einzel-Geschehen ein.

Druck auf "Dima" gewachsen

Die größte Bürde trägt Dimitrij Ovtcharov. Der 20-Jährige will mindestens ins Achtelfinale vorstoßen und seine Setzung bestätigen.

"Wer weiß, was möglich ist, wenn ich gut ins Turnier hineinkomme", meinte "Dima" und gab zu: "Timo hätte uns anderen nach außen hin vielleicht ein bisschen den Druck nehmen können."

Ovtcharov erlebte in den vergangenen Monaten ein Wechselbad der Gefühle. Erst spielte er ganz grandios auf und unterlag selbst dem Weltranglistendritten Ma Long nur 3:4, dann war jedoch oft bereits in den ersten Runden eines Turniers Schluss.

"Ich weiß nicht, woran es liegt"

"Ich weiß selbst, dass meine Form seit Olympia stark schwank. So richtig weiß ich aber nicht, woran es liegt", sagte Ovtcharov.

Schon in Runde drei kann Ovtcharov auf den Hongkong-Chinesen Ko Lai Chak treffen. Da werden bei dem Spieler von Borussia Düsseldorf schlechte Erinnerungen wach, denn bei Olympia kassierte Ovtcharov im Achtelfinale eine 0:4-Pleite gegen Ko Lai Chak.

Geht man nach der Form der vergangenen Wochen, so dürfte Bolls eigentlicher Doppel-Partner Christian Süß die größten Chancen im Einzel haben.

Süß trauert ums geplatzte Doppel

Im Achtelfinale würde bei normalem Verlauf der Weltranglistenerste Wang Hao auf den Düsseldorfer warten.

"Timos erste Absage für unser Doppel war schon sehr bitter. Wir wären ja an Position zwei gesetzt gewesen und haben beide zuletzt sehr gut und konstant gespielt", meinte Süß. An Bolls Seite war er 2005 Vize-Weltmeister geworden. (Boll verzichtet auf WM-Doppel)

Bastian Steger, Patrick Baum (beide Frickenhausen) und Zoltan Fejer-Konnerth (Grenzau) halten zwar in Europa schon sehr gut mit, eine überragende WM-Leistung hat jedoch noch niemand auf dem Papier stehen.

Wu in Runde drei gegen Ding?

Das weiß auch Prause: "Wenn unsere Spieler unter die letzten 32 kommen wollen, müssen sie vorher schon gute Spieler schlagen. Deshalb denken wir von Runde zu Runde."

Auch die Frauen hatten kein Losglück. Deutschlands Nummer eins Jiaduo Wu (Kroppach) kann in der dritten Runde auf die Chinesin Ding Ning treffen. Die ist als 16. der Welt immerhin zwölf Plätze höher notiert als Wu.

Weitere deutsche Starterinnen sind Elke Schall, Kristin Silbereisen (beide Busenbach) und Zhenqi Barthel (Holsterhausen).

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