Der Fall Dimitrij Ovtcharov ist noch nicht vom Tisch.

Die Anti-Doping-Kommission des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) wird den Freispruch für den Mannschaftseuropameister einer erneuten sachlichen Prüfung unterziehen. Das gab der DTTB bekannt und verwies in seiner Begründung auf eine entsprechende Bitte der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA.

Der DTTB hatte gegen den Nationalspieler trotz eines Clenbuterol-Befundes kein Verfahren eingeleitet, da es der Verband als erwiesen ansah, dass Ovtcharov bei einem Aufenthalt in China verseuchtes Fleisch gegessen hatte.

Die Entscheidung, kein Dopingverfahren einzuleiten, wird nun intern durch eine unabhängige Kommission des DTTB überprüft - "ohne selbst den geringsten Zweifel daran zu haben, dass jede Überprüfung seiner Entscheidung (...) seine Bewertung und sein Urteil bestätigen wird", wie es in der Mitteilung formuliert wurde. "Wir sind uns sicher, dass das Ergebnis exakt so bleibt. Aus unserer Sicht hat Ovtcharov nichts zu befürchten", sagte DTTB-Präsident Thomas Weikert.

Das Anti-Doping-Gremium unter Leitung des Staatsanwaltes Hans-Philipp Hübinger (Bad Kreuznach) will das Ergebnis der Prüfung schnellstmöglich vorlegen. Auch anhand dieses Ergebnisses wird die WADA gemeinsam mit der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) entscheiden, ob es gegen den Verzicht auf Einleitung eines Verfahrens vorgeht.

Die NADA begrüßte das Verhalten des Verbandes. "Damit werden die noch offenen Fragen im Sinne der Rechtssicherheit und des international einheitlichen Sanktionsmanagements geklärt", sagte die kommissarische Geschäftsführerin Anja Berninger. Aus Sicht der NADA habe der DTTB "ein transparentes Ergebnismanagementverfahren betrieben" und mit der Verfahrenseinstellung "eine aufgrund der von den Anti-Doping-Laboren in Köln und Kreischa ermittelten Fakten dem Inhalt nach richtige Entscheidung getroffen".

Die Überprüfung des DTTB hat keinen Einfluss auf Ovtcharovs derzeitige Spielberechtigung.

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