Viel spielen oder viel reisen: Dem Düsseldorfer Rekordeuropameister Timo Boll bleibt auch 2011 für einen Platz beim Pro-Tour-Jahresfinale nur eine der beiden Alternativen.

Trotz der Kritik des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) an den Qualifikationskriterien für den Saisonabschluss schreibt der Weltverband ITTF weiterhin entweder die Teilnahme an insgesamt sechs Veranstaltungen seiner Turnierserie oder Starts auf drei verschiedenenen Kontinenten vor.

Der DTTB hatte diese Vorschriften in der vergangenen Woche als "vielleicht einst sinnvoll, heutzutage aber überholt" bezeichnet und die ITTF zur Überprüfung der Regeln aufgefordert.

Hintergrund des DTTB-Vorstoßes war, dass der Weltranglistenzweite Boll bei lediglich fünf Turnierteilnahmen auf zwei Kontinenten trotz seines dritten Platzes in der Jahreswertung nicht am Finale in Seoul teilnehmen durfte.

Da die Spieler aus Chinas Weltmeister-Team die ITTF-Vorgaben mit Blick auf ihre anderweitigen Pflichttermine ebenfalls nicht erfüllt hatten, fehlten in Südkorea sieben der zehn besten Spieler im Jahresranking.

Die Entwertung des höchstdotierten Tischtennis-Turniers der Welt durch die Abwesenheit der besten Spieler ignoriert die ITTF und verweist auf den Schutz für die kleineren Turniere.

Für 2011 schüttet die ITTF auf den insgesamt 17 Turnieren der Pro-Tour ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 2,663 Millionen Dollar (ca. 2,02 Mio. Euro) aus.

Die höchstdotierte Veranstaltung ist das noch nicht an einen Ausrichter vergebene Saisonfinale mit 365.000 Dollar (277.000 Euro) Prämien.

Bei den German Open in Dortmund (23. bis 27. Februar) können Boll und Co. 172.000 Dollar (130.000 Euro) verdienen, sodass die Generalprobe für die Mannschafts-WM 2012 an gleicher Stelle in der fünfthöchsten Kategorie eingestuft ist.

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