Timo Boll muss immer öfter seinem Nationalmannschafts-Kollegen Dimitrij Ovtcharov zu Erfolgen gratulieren.

Bei der European-Super-Cup-Premiere in Russland blieb dem angeschlagen ausgestiegenen EM-Champion und Weltranglistenfünften mit dem deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf lediglich Bronze sowie Anerkennung für seinen früheren Klubkameraden Ovtcharov und Gastgeber Fakel Orenburg, die ihren Heimvorteil zum vierten Titelgewinn des Jahres nutzten.

ETTU-Pokal-Gewinner Düsseldorf, bei dem der WM-Dritte Boll im Spiel um Rang drei gegen SLI Seoul (3:1) wegen einer mutmaßlichen Reizung des ISG-Gelenks im Beckenbereich vorsorglich auf sein zweites Einzel verzichtet hatte, konnte sich mit 15.000 Euro Preisgeld für den Rückschlag im Kampf mit Champions-League-Sieger Orenburg um die Rolle als Nummer eins in Europa trösten.

"Unser Ziel war das Endspiel, das haben wir verpasst. Wir haben noch das Beste daraus gemacht", sagte Düsseldorfs Manager Andreaß Preuß.

Ovtcharov und seine Kollegen hingegen bestätigten ihre derzeitige Dominanz auf dem Kontinent. Durch ein 3:0 in der Neuauflage des Königsklassen-Finals gegen den nationalen Rivalen und Düsseldorfer Halbfinal-Bezwinger UMMC Jekaterinenburg strich die Mannschaft des deutschen Weltranglistensiebten, die zuvor neben der Champions League in Russland auch Meisterschaft und Pokal gewonnen hatte, 50.000 Euro Siegprämie ein.

Durch Orenburgs Triumph hatte Boll im vierten Wettbewerb mit Ovtcharov binnen fünf Monaten zum dritten Mal das Nachsehen. Bei Olympia in London gewann Ovtcharov nach Bolls Achtelfinal-Aus Bronze und im Bremer German-Open-Finale im vergangenen Monat setzte sich der Hamelner im direkten Duell mit der deutschen Nummer eins durch.

Einzig bei der EM im dänischen Herning war Rekord-Europameister Boll zuletzt obenauf und gewann seinen insgesamt 16. Titel.

Bolls Ausstieg aus dem "kleinen Finale" in Orenburg aufgrund von Schmerzen im Rücken bezeichnete Preuß als Vorsichtsmaßnahme.

"Timo hat viele Reisen und Spiele in den vergangenen Wochen hinter sich. Wir brauchen ihn am Jahresende in Stuttgart bei der Pokal-Endrunde und wollten kein Risiko eingehen."

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