Der Wahlkampf um die Präsidentschaft im Tischtennis-Weltverband ITTF gerät zur Schlammschlacht. Herausforderer Stefano Bosi (Italien) hat Amtsinhaber Adham Sharara (Kanada) in einem Brief an die Präsidenten der kontinentalen und nationalen Verbände der Korruption und Vetternwirtschaft bezichtigt.

In dem Brief, der durch Aussagen von Hongkongs Generalsekretär Tony Yue bekannt wurde, wirft Bosi als Chef des Europa-Verbandes ETTU dem ITTF-Präsidenten neben mehreren anderen Unregelmäßigkeiten im finanziellen Bereich besonders die Veruntreuung von insgesamt 20 Millionen Euro vor.

Sharara hat nach Angaben des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) inzwischen "detailliert Stellung genommen und die Vorwürfe zurückgewiesen". Die Wahl des ITTF-Präsidenten findet am 15. Mai im Rahmen der WM in Paris (13. bis 20. Mai) statt.

Für den DTTB ist das 15 Seiten umfassende Belastungsmaterial, das Bosi seinem Schreiben an die Verbände beigefügt hat, nicht stichhaltig.

"Der DTTB hat die Vorwürfe des ETTU-Präsidenten, der selbst das Amt des ITTF-Präsidenten anstrebt, zur Kenntnis genommen und bedauert, dass diese Vorwürfe nicht durch Beweise untermauert sind", sagte DTTB-Präsident Thomas Weikert:

"Solange der ETTU-Präsident keine handfesten Beweise vorlegt, sieht der DTTB keinen Grund, Partei zu ergreifen und einzelne Details zu kommentieren."

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