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Andreas Raelert wurde 2009 Dritter beim Ironman auf Hawaii © imago

Nach seinem Überraschungssieg beim Ironman in Frankfurt will Andreas Raelert auf Hawaii siegen. Die Statistik spricht gegen ihn.

Frankfurt - Erst im Ironman-Mekka Hawaii triumphieren, dann mit dem Bruder das Familienglück perfekt machen: Europas bester Eisenmann Andreas Raelert dachte nach seinem triumphalen Erfolg von Frankfurt bereits an die Zukunft.

Der 33-jährige Rostocker will bei der WM am 9. Oktober in Kona ganz nach oben. "Hawaii ist mein Jahreshöhepunkt. Da werde ich mit noch mehr Selbstvertrauen starten als 2009. Ich werde mich ganz gezielt vorbereiten", sagte der letztjährige Dritte Raelert trotz der bisher ernüchternden Statistik selbstbewusst.

Noch nie hat ein amtierender Europameister den Thron auf Big Island im Pazifik bestiegen. Der letzte deutsche Sieg dort liegt vier Jahre zurück, 2006 war Normann Stadler erfolgreich. Doch Raelert ist optimistisch - und kann es auch sein.

Vorbereitung mit dem Bruder

Bei seinem erst vierten Ironman stellte der frühere Kurzstreckenspezialist sein Potenzial eindrucksvoll unter Beweis. "Andis Leistung hebt unser Niveau noch einmal an. Wenn wir zusammenstehen, dann ist auf Hawaii etwas drin", sagte Timo Bracht, der am Main von Raelert (8:05:15 Stunden) entthront wurde.

"Andreas ist der Mann der Zukunft", schwärmte nicht nur der Frankfurter Ironman-Begründer Kurt Denk.

Raelert will die Vorbereitung auf Hawaii wieder mit seinem jüngeren Bruder Michael absolvieren. Der 29-Jährige ist amtierender Weltmeister über die halbe Ironman-Distanz.

Nichtnominierung für Peking

Bereits vor dem Sieg von Andreas in Frankfurt hatten die beiden unter anderem auf Fuerteventura zusammen trainiert. "Wir beide haben ein sehr inniges Verhältnis", beschreibt Andreas Raelert den familiären Zusammenhalt, der im nächsten Jahr auf eine harte Probe gestellt werden könnte: "2011 ist der passende Zeitpunkt, um in Kona gemeinsam an den Start zu gehen." Miteinander versteht sich, "nie gegeneinander".

Das Duell verspricht Spannung, sollte Michael ähnlich wandlungsfähig sein wie sein älterer Bruder.

Andreas Raelert hatte als Kurzstrecken-Athlet bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen und 2000 in Sydney Platz sechs bzw. zwölf belegt. Nach der Nicht-Nominierung für Peking 2008 hatte er sich entschieden, auf die Langdistanz zu wechseln. Dass diese Entscheidung kein Fehler war, zeigte sich schon vor zwölf Monaten. Bei seinem Ironman-Debüt in Frankfurt wurde Raelert Vierter.

Raelert: Perfekter Tag

Diesmal holte sich der Rostocker in der Bankenmetropole neben dem EM-Titel auch den Radstreckenrekord (4:20:35 Stunden). Und das, obwohl der Kurs wegen einer Baustelle um fünf Kilometer verlängert werden musste. "Ich hatte eben den perfekten Tag."

Den will er auch in gut drei Monaten haben. Der Australier Chris McCormack, einer der größten Konkurrenten, ist allerdings skeptisch. "Ich glaube, dass die weniger guten Resultate der Deutschen in Kona in den vergangenen Jahren damit zu tun haben, dass an sie in Frankfurt so große Erwartungen gestellt wurden", sagte der Hawaii-Sieger von 2007.

Wallenhorst plant den Coup

Auch Sandra Wallenhorst (9:04:27) plant nach ihrer Titelverteidigung in Hessen den großen Coup am Alii Drive, wo sie 2008 Dritte wurde.

Die Juristin aus Hannover will sich mit einigen Rennen über die olympische Distanz auf Hawaii vorbereiten. Zudem sind Trainingslager in Mallorca und St. Moritz geplant. "Ich würde auch gerne nach Thailand oder so. Aber ich werde mich auf Europa beschränken, denn ich habe einen kleinen Sohn", sagte Wallenhorst.

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