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Jan Frodeno gewann 2008 in Peking die olympische Goldmedaille © imago

Der Olympiasieger ist seine Laufprobleme los, Hamburg ist nur Zwischenstation. Die neue Front-Frau will an ihre Grenzen gehen.

Hamburg - Das Heimspiel vor Augen, den großen Traum im Blick: Die deutsche Triathlon-Elite startet am Wochenende in Hamburg beim einzigen WM-Rennen auf deutschem Boden, ist mit den Gedanken aber schon in London.

"Der Wettkampf passt eigentlich nicht ins Training. Wenn es kein Heimrennen wäre, würde ich gar nicht hinfahren", sagte Olympiasieger Jan Frodeno (Saarbrücken).

Der vierte von sieben WM-Läufen dient lediglich als Übergangsstation für die verbandsinterne Olympia-Qualifikation in London (6./7. August).

Dort sichern sich jeweils die beiden besten Frauen und Männer ihr Ticket für 2012, vorausgesetzt, sie erreichen einen Platz unter den besten Zwölf.

Mäßige Ergebnisse aus gutem Grund

Angesichts der Platzierungen in den diesjährigen WM-Wettbewerben alles andere als ein Selbstläufer.

Bei den Männern steht der sechste Platz von Frodeno in Madrid als bestes Resultat zu Buche, bei den Frauen erreichte Svenja Bazlen (Waiblingen) zweimal Rang neun.

Von einer Enttäuschung will Wolfgang Thiel, Sportdirektor der Deutschen Triathlon Union (DTU), dennoch nichts wissen.

"Die Situation ist wie vor der Saison prognostiziert. Wegen der Olympia-Qualifikation lag die Konzentration von Anfang an nicht auf der WM-Serie", sagte er: "Die Athleten sind im Soll, und die Ergebnisse beunruhigen mich keinesfalls."

Nur Justus fehlt verletzt

Frodeno startet nach einigen Rückschlägen und großen Problemen im Laufen ("Manchmal war es so, als wenn ich einen Drehzahlbegrenzer im Körper hätte") voller Zuversicht in das Heimrennen am Samstag.

"Eine solch schwere Saison habe ich noch nie erlebt. Die letzten Trainingseinheiten waren aber positiv. Ich bin wie befreit, und die Vorfreude auf Hamburg ist riesig", sagte der 29-Jährige, der im vergangenen Jahr erst im Schlussspurt dem späteren Weltmeister Javier Gomez (Spanien) unterlag.

Neben Frodeno starten sechs deutsche Männer in der Hansestadt. Von den Spitzenathleten fehlt krankheitsbedingt nur Steffen Justus (Saarbrücken).

Bazlen sichert dritten Startplatz

Der im WM-Klassement mit Platz zehn bestplatzierte Deutsche Maik Petzold (Bautzen) freut sich wie seine Kollegen auf die zehnte Auflage des Hamburg-Rennens und will sich keinesfalls schonen:

"Wenn ich gute Beine habe, ziehe ich durch. Ich bin zu sehr Triathlet und will in jedem Rennen eine Top-Leistung bringen."

Das hat bei den deutschen Frauen in diesem Jahr schon gut geklappt. Allen voran Svenja Bazlen hat mit ihren beiden neunten Plätzen für Aufsehen gesorgt und damit dem deutschen Frauenteam einen dritten Olympia-Startplatz gesichert.

"Ich bin froh, dass sich mein hartes Training aus dem Vorjahr endlich auszahlt", sagte sie.

"Traue mir Top-10-Ergebnis zu"

Auch Bazlen verspricht den erwarteten 300.000 Zuschauern, dass sie trotz bevorstehender Olympia-Qualifikation bis an ihre Leistungsgrenze gehen wird: "Der Fokus liegt natürlich auf London. Ich werde mich aber nicht schonen und traue mir durchaus ein Ergebnis in den Top Ten zu."

Gemeinsam mit Bazlen starten am Sonntag drei weitere deutsche Frauen über die 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen.

Zudem werden rund 10.000 Starter in den Jedermann-Rennen antreten, so viele Freizeitsportler wie nie zuvor beim größten Triathlon der Welt.

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