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Das deutsche Mixed-Team um Steffen Justus verpasste die Titelverteidigung
Steffen Justus konnte in diesem Jahr schon zwei Rennen für sich entscheiden © getty

17 Tage vor dem olympischen Rennen in London überzeugen Deutschlands "Dreikämpfer" beim Lauf in Hamburg. Ein Südafrikaner siegt.

Hamburg - Olympiasieger Jan Frodeno lehnte sich zufrieden lächelnd an die Werbebande und nahm genüsslich einen Schluck aus der Trinkflasche, Steffen Justus setzte sogar zu einer kleinen Verbeugung an:

Bei der Olympia-Generalprobe der deutschen Triathleten im WM-Sprintrennen in Hamburg setzte das deutsche Trio für London ein dickes Ausrufungszeichen.

Justus wurde starker Dritter, Maik Petzold als Fünfter und der lange verletzte Frodeno auf Rang zehn folgten wenige Sekunden später ins Ziel am Hamburger Rathaus.

"Im Schwimmen derzeit gut läuft"

"Ich bin hochzufrieden. Vor allem damit, dass ich gezeigt und mir selbst bewiesen habe, dass es im Schwimmen derzeit gut läuft", sagte Justus.

Auch Frodeno war zufrieden: "Das war doch ein wirklich gutes Rennen, und ich freue mich auf die weiteren Fortschritte in den nächsten 14 Tagen. So ein Sprintrennen ist sehr intensiv und bringt auch einen hohen Belastungsreiz."

Olympia-Formcheck

Den fünften von acht Läufen in der WM-Serie, den der 23 Jahre alte Südafrikaner Richard Murray für sich entschied, hatte Sportdirektor Wolfgang Thiel von der Deutschen Triathlon Union (DTU) als Formcheck für den olympischen Wettbewerb im Hyde Park von London (7. August) ausgerufen - Test bestanden!

"Besonders für unsere Olympia-Starter sind die Platzierungen als Abschluss einer harten Trainingsphase ein Top-Resultat", sagte Thiel, "das gibt uns für die nächste Phase mit Blick auf Olympia einen zusätzlichen Schub. Die Athleten, Betreuer - alle sind zufrieden nach dem Rennen."

Britisches Brüderpaar Brownlee nicht am Start

In Abwesenheit des favorisierten britischen Brüderpaares Alistair und Jonathan Brownlee gelang es dem deutschen Trio, sich über die Hälfte der olympischen Distanz jede Menge Selbstvertrauen zu erarbeiten.

Vor allem Justus untermauerte an der Alster seine Medaillen-Ambitionen eindrucksvoll.

Unter dem frenetischen Jubel der vielen tausend Zuschauer an der Strecke, kämpfte sich der 30 Jahre alte gebürtige Jenaer nach 51:59 Minuten hinter dem Spanier Javier Gomez über die Ziellinie.

Nur Murray war schneller

Schneller hatte nur Murray den Hamburger Rathausmarkt erreicht, nach 51:48 Minuten. WM-Spitzenreiter bleibt weiter der Russe Alexander Brjuchankow, der als Neunter ins Ziel kam. Justus belegt Rang sechs.

24 Wochen haben sich die deutschen Athleten gemeinsam auf die Spiele von London vorbereitet.

Auch Olympiasieger Frodeno konnte dabei zuletzt nach viermonatigen Achillessehnen-Beschwerden wieder voll belasten, er zählt in dieser Form zu den Geheimfavoriten in London.

"Ich bin ein Mann für einen Tag"

"Ich bin ein Mann für einen Tag", hatte er kürzlich selbstbewusst gesagt. Nun folgt an den verbleibenden 16 Tagen der Feinschliff am Olympiastützpunkt Kienbaum. Der Feinschliff für den Medaillen-Traum.

Am Sonntagnachmittag bestritten auch die Frauen in Hamburg ihr fünftes WM-Rennen der Saison. Besonders Anne Haug präsentierte sich dabei in guter Form.

Die 29 Jahre alte Münchnerin wurde über die Sprintdistanz Vierte, die weiteren London-Starterinnen Anja Dittmer (Saarbrücken) und Svenja Bazlen (Freiburg) holten die Plätze 11 und 15. Ricarda Lisk (Waiblingen), die nicht für die Spiele qualifiziert ist, wurde 13.

Den Sieg sicherte sich die Australierin Erin Densham vor Landsfrau und Vorjahressiegerin Emma Moffatt (beide Australien).