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Andreas Raelert könnte der vierte deutsche Ironman-Sieger auf Hawaii werden © imago

Andreas Raelert ist Mitfavorit beim Ironman auf Hawaii. Bei SPORT1 spricht er über die Extreme und den Kampf gegen Doping.

Von Annette Bachert

München - Das härteste Triathlon-Rennen des Jahres steht bevor: Der Ironman auf Hawaii.

Eine der größten deutschen Hoffnungen auf der Pazifik-Insel ist einmal mehr Andreas Raelert. In den vergangenen drei Jahren kämpfte sich der gebürtige Rostocker dreimal aufs Treppchen, für ganz oben reichte es bisher jedoch nicht.

Nach Europameistertitel und Weltrekord wäre der WM-Sieg auf Hawaii am Sonntag über die 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und dem abschließenden Marathon über 42,195 km der noch fehlende große Erfolg für den 36-Jährigen.

Im SPORT1-Interview der Woche spricht Andreas Raelert über seine Ambitionen, die extremen Bedingungen auf Hawaii und die harte Konkurrenz. Außerdem erklärt er, warum er bereits mehr als 50 Dopingtests in diesem Jahr über sich ergehen lassen musste.

SPORT1: Herr Raelert, Sie haben sich in den letzten Wochen etwas abgeschottet. Warum?

Andreas Raelert: Die Ironman-Weltmeisterschaft ist ein Rennen, das einem Athleten körperlich und mental alles abverlangt. Michael (Raelerts Bruder, d. Red.) und ich sind am 24. September zusammen nach Kalifornien geflogen und von dort aus weiter nach Hawaii, um uns gemeinsam vorzubereiten auf den Ironman. Davor habe ich mich in der Schweiz vorbereitet.

SPORT1: Und wie ist die Vorbereitung gelaufen?

Raelert: Wir sind sehr zufrieden. Unsere Vorbereitung war bis zu unserem Abflug nach Kalifornien unterschiedlich. Ich habe dieses Jahr einen neuen Weg der Vorbereitung für mich gewählt, da ich gerne den Höheneffekt nutzen möchte und das Trainingsgebiet im Engadin ist nahezu ideal. In jedem Jahr muss man neue Trainingsreize setzen, um langfristig erfolgreich zu bleiben.

SPORT1: In den vergangenen drei Jahren standen Sie dreimal auf dem Treppchen, jedoch nie ganz oben. Welche Bedeutung hätte ein Sieg auf Hawaii für Sie?

Raelert: Der Sieg beim Ironman Hawaii ist der Traum jedes Profi-Athleten. Wenn es mir oder meinem Bruder Michael gelingen könnte, dieses Rennen zu gewinnen, würde mich das sehr glücklich machen.

[kaltura id="0_yue1kef7" class="full_size" title="Zwei Eisenm nner gegen den Rest"]

SPORT1: Sind die Ergebnisse der letzten Jahre eher Ansporn oder bremst die Tatsache, dass Sie bisher eben nur ganz nah dran waren?

Raelert: Aus jedem Rennen sollte man immer positive Rückschlüsse ziehen. Ich konnte in den vergangenen Jahren immer um den Sieg mitkämpfen, obwohl ich bislang noch nicht den perfekten Tag auf Hawaii erleben durfte. Dies motiviert mich sehr.

SPORT1: Auf Hawaii herrschen spezielle Bedingungen, es ist wärmer und windiger als bei den meisten anderen Rennen. Liegt Ihnen das besser als die Bedingungen in Europa beispielsweise?

Raelert: Die Bedingungen auf Hawaii sind in jeder Hinsicht extrem - von der Besetzung des Starterfeldes über den Wind bis hin zur Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Es ist aber entscheidend, mental stark zu sein.

SPORT1: Der Ironman auf Hawaii ist auch ein sehr taktisches Rennen. Gibt es kritische Punkte, an denen man besonders vorsichtig sein muss?

Raelert: Natürlich muss man in diesem Rennen immer sehr konzentriert bleiben und darauf achten, dass die Energiezufuhr stimmt. Dieses Rennen wird im Kopf entschieden. Und es ist erst an der Ziellinie zu Ende.

SPORT1: Sind Craig Alexander und Chris McCormack, die die letzten fünf Hawaii-Rennen gewonnen haben, wieder die ärgsten Konkurrenten?

Raelert: In Kona sind die 50 besten Profi-Athleten der Welt am Start - und darunter sind viele Athleten, die zum engen Favoritenkreis gezählt werden müssen.

SPORT1: Wie ist das Verhältnis zu diesen Jungs?

Raelert: Craig und Chris sind beides herausragende Athleten, die sportlich auf Hawaii ihre Träume bereits erfüllen konnten. Vor solchen Leistungen habe ich großen Respekt.

SPORT1: In den drei Teil-Disziplinen, allen voran im Radsport, ist Doping ein Thema. Wie sieht es damit im Triathlon aus?

Raelert: Leider gab es in der Vergangenheit einige Dopingfälle in unserer Sportart. Diese Fälle verurteilen Micha und ich scharf. Micha und ich sind seit 15 Jahren im Doping-Kontrollsystem und damit in der höchsten Kontrollstufe. Wir wurden in diesem Jahr mehr als 50 Mal kontrolliert, wir setzen uns für unsere Glaubwürdigkeit und einen sauberen Sport ein.

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