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Michael Raelert setzte sich vor Andreas Dreitz durch
Andreas Raelert ist amtierender Europameister auf der Mitteldistanz © getty

Andreas Raelert wird Zweiter und wartet weiter auf den ersten Sieg beim Ironman. Vier Deutsche landen auf Hawaii in den Top 10.

Kailua - Am Ende war es beim legendären Ironman auf Hawaii wie immer in den vergangenen Jahren: Andreas Raelert stand knapp geschlagen auf dem Podest, doch feiern durfte ein Australier.

Der 36-Jährige Raelert kam in der 36. Auflage des prestigereichen Wettbewerbs nach 8:23:40 Stunden in der Bucht von Kailua-Kona als Zweiter fünf Minuten hinter Sieger Pete Jacobs (8:18:37) ins Ziel.

Seit 2007 hatten in Chris McCormack (2007, 2010), Craig Alexander (2008, 2009, 2011) und nun Jacobs stets Australier die Nase vorn.

Vierter Podestplatz in Folge

Von Enttäuschung war bei Raelert trotz des erneut knapp verpassten Erfolgs aber nichts zu spüren.

"Ich bin sehr stolz auf mich und motivierter denn je. Im nächsten Jahr werde ich es wieder probieren", sagte der Rostocker nach seiner vierten Podestplatzierung in Folge auf Hawaii.

Raelert war bereits 2010 Zweiter, 2009 und 2011 wurde er Dritter.

Als bis dato letzter Deutscher hatte 2006 Normann Stadler auf Hawaii triumphiert.

Aufholjagd bleibt unbelohnt

Schon früh war Raelert nach einer schwachen Schwimmleistung zurückgefallen und mit vier Minuten Rückstand auf den späteren Sieger Jacobs aus dem Pazifischen Ozean gestiegen.

Seine folgende Aufholjagd mit einer Steigerung auf dem Rad und der zweitbesten Marathonzeit (2:47:23 Stunden) wurde am Ende aber nicht mit seinem ersten Hawaii-Erfolg und dem vierten Sieg eines Deutschen überhaupt gekrönt.

Auf dem berühmten Alii Drive durfte sich Jacobs nach 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen über seinen ersten WM-Titel freuen.

Auf dem dritten Rang landete der Belgier Frederik van Lierde (8:24:09).

Drei Deutsche unter den Top Fünf

Auch die weiteren deutschen Triathleten präsentierten sich bei glühender Hitze in starker Verfassung.

Hinter Raelert landete Hawaii-Debütant Sebastian Kienle (Karlsruhe) auf einem überraschenden vierten Rang.

Der 28-Jährige hatte sogar lange auf Podiumskurs gelegen, doch ein Reifendefekt verhinderte eine besser Platzierung.

Nach dem fünften Platz von Faris Al-Sultan (München) landeten damit erstmals in der Hawaii-Geschichte drei deutsche Triathleten unter den Top Fünf.

Timo Bracht (Eberbach) rundete auf Platz sechs das tolle deutsche Ergebnis ab.

Überhitzter Vanhoenacker gibt auf

Zur tragischen Figur wurde derweil Marino Vanhoenacker.

In Führung liegend musste der Belgier der Gluthitze der hawaiianischen Lavafelder Tribut zollen und auf der Marathonstrecke erschöpft aufgeben. Grund dafür war offenbar ein Defekt am Rad.

"Ich konnte nur vier oder fünf Gänge richtig nutzen, das erklärt mein hohes Tempo auf der Radstrecke. Am Ende bin ich einfach völlig überhitzt", sagte Vanhoenacker.

Ebenfalls frühzeitig aufgeben musste der australische Ex-Weltmeister McCormack.

Vorjahressieger Alexander (Australien) landete am Ende auf dem elften Rang.

Tajisch wird Vierte

Bei den Frauen kam Sonja Tajisch auf Rang vier als beste Deutsche ins Ziel.

Die Regensburgerin, die als einzige Athletin die Laufstrecke unter drei Stunden beendete, verbaute sich durch eine schwache Schwimmleistung den Sprung auf das Treppchen.

Der Sieg ging nach 9:15:54 Stunden an die Britin Leanda Cave, die Caroline Steffen aus der Schweiz (9:16:58) auf Rang zwei verwies.

Zeitstrafe kostet Steffen den Sieg

Die 34 Jahre alte Steffen, nach der Absage von Vorjahressiegerin Chrissie Wellington (Großbritannien) die Topfavoritin, kostete eine vierminütige Zeitstrafe auf der Radstrecke ihren ersten Hawaii-Triumph.

"Die Aufholjagd für die Rückkehr an die Spitze kostete mich viel Energie. Diese Kraft fehlte mir im Marathon einfach", sagte Steffen.

Den dritten Rang sicherte sich die Australierin Mirinda Carfrae (9:21:41).

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