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Anne Haug wurde 2012 Vize-Weltmeisterin
Anne Haug wurde 2012 mit einem Sieg beim Grand Final in Neuseeland Triathlon-Vize-Weltmeisterin © getty

In Kalifornien verpasst Haug das Podium, verteidigt aber die WM-Führung. Eine Verletzung stoppt Frodeno, Justus mischt vorne mit.

Von Jan Sägert / tri-mag.de

San Diego - Anne Haug hat beim zweiten Rennen der World Triathlon Series ihre Ambitionen auf das erste deutsche WM-Gold seit 2007 untermauert (Bericht).

In San Diego, dem Geburtsort des klassischen Triathlons, verpasste sie das Podium knapp, baute ihre Führung in der Gesamtwertung der Serie aber aus.

Ein Quartett, darunter Ex-Weltmeisterin Emma Moffatt (AUS) und die Vierte der Olympischen Spiele von London, Sarah Groff (USA) suchten auf dem schweren Kurs in Kalifornien schon beim Schwimmen ihr Heil in der Flucht.

Mehr als 30 Sekunden schwamm das Quartett auf den 1,5 Auftaktkilometern auf die Konkurrenz heraus. Ungewöhnlich viel und genug, um auf den 40 schweren Radkilometern weiter die Flucht nach vorn zu suchen.

Quartett auf und davon

Und sie hatten Erfolg. Weil sich keine der 25 Verfolgerinnen, unter ihnen auch Anne Haug, Anja Knapp und Anja Dittmer, für die Verfolgung verantwortlich fühlte, schlüpften die vier Ausreißerinnen mit mehr als einer Minute Vorsprung in ihre Laufschuhe.

Entschieden war das Rennen damit aber noch längst nicht. Denn nun eröffneten die schnellsten Läuferinnen die Jagd - allen voran Anne Haug.

Doch im Gegensatz zu den drei letzten Rennen, die sie allesamt gewann, fehlte der WM-Führenden an diesem Tag der "richtige Punch".

Jorgensen sehr stark

Die US-Amerikanerin Gwen Jorgensen hatte auf den letzten Kilometern das größte Stehvermögen.

Moffatts Mut wurde noch mit einem Platz auf dem Podium belohnt - drei Sekunden rettete die Australierin vor Haug ins Ziel.

Die haderte im Ziel aber gar nicht lang mit dem undankbaren vierten Platz, gab allerdings zu, nach dem Rennen in Auckland ein bisschen müde gewesen zu sein.

Insgesamt sei sie mit dem Ergebnis aber sehr zufrieden. (SERVICE: Alles zur ITU World Triathlon Series auf der SPORT1-Facebook-Seite)

Frodeno hält das Tempo hoch

Das konnte Jan Frodeno von seinem Rennen nicht behaupten. Dabei war der Olympiasieger von 2008 nach seinem soliden neunten Platz in Auckland mit einer guten Portion Selbstvertrauen nach San Diego geflogen.

Und zunächst schien ihn das auch zu beflügeln.

Gemeinsam mit Steffen Justus schaffte er locker den Sprung in die erste große Radgruppe und sorgte dort auch dafür, dass das Tempo hochgehalten und die hochkarätige Fluchtgruppe um den britischen Superstar Alistair Brownlee und Auckland-Sieger Javier Gómez (ESP) eingefangen wurde.

Frodeno verletzt, Justus kämpft

Doch was viele nicht wussten: Frodeno hatte sich in Neuseeland Schnittwunden an den Füßen zugezogen. Das Tape, mit dem er sie schützen wollte, verlor er aber schon beim Schwimmen.

Was er auf dem Rad noch kaschieren konnte, zwang ihn nach wenigen Laufkilometern dazu, aufzugeben. "So hatte ich keine Chance, weiterzulaufen", twitterte er später enttäuscht.

Doch Teamkollege Justus sprang in Bresche. Der war in Auckland nur 21. geworden und setzte die Wut über sich selbst in großen Kampfgeist um.

Brownlee zu stark für Justus

Gegen den überragenden Brownlee war aber auch der Thüringer machtlos. Am Ende reichte es aber zu einem starken vierten Platz, der ihn zumindest in Reichweite der WM-Medaillen bringt.

"Auckland kam als erstes Saisonrennen vielleicht ein bisschen zu früh", gestand er ein. Deshalb sei er jetzt froh darüber, dass es in San Diego so gut lief.

Das dritte Rennen der World Triathlon Series wird ohne deutsche Beteiligung stattfinden.

Die Deutsche Triathlon Union verzichtet auf die Reise ins japanische Yokohama und bereitet sich stattdessen auf die europäischen Rennen in Madrid, Kitzbühel, Hamburg und Stockholm vor.

Die weiteren Rennen der World Triathlon Series 2013 im Überblick:

11./12. Mai Yokohama/Japan1./2. Juni Madrid/Spanien6. Juli Kitzbühel/Österreich20./21. Juli Hamburg (inkl. Sprint- und Team-WM)24./25. August Stockholm/Schweden14./15. September London/England

In Zusammenarbeit mit tri-mag.de

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