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Anne Haug kann als erste Deutsche Triathlon-Weltmeisterin werden © getty

Acht Punkte muss die Deutsche auf Jorgensen gutmachen. Dann krönt sie sich erstmals zur Weltmeisterin und schreibt Geschichte.

London - Letzte Saison wurde Anne Haug Vizeweltmeisterin. Daher ist das Ziel für das Finale in London klar.

"Da will man dieses Jahr natürlich Weltmeister werden," erklärt sie gegenüber SPORT1.fm.

Historischer Triumph möglich

Also noch ein allerletztes Mal quälen, beißen, kämpfen - dann könnte sie als erste Deutsche vom Triathlon-Thron grüßen.

"Der Titel würde mir sehr viel bedeuten. Die Endplatzierung in der WM-Serie ist das Ergebnis langer, harter Arbeit und somit die Bestätigung eines ganzen Jahres", sagte die 30-Jährige vor dem Saisonfinale am Samstag in London (9.30 Uhr).

Haug erklärt Faszination des Triathlons

Die Bayreutherin erklärt im Gespräch die Faszination des Triathlons: "Es ist eine Kombination aus drei Sportarten. Dadurch ist es sehr abwechslungsreich. An seine eigenen körperlichen Grenzen zu gehen, schauen, ob man noch etwas rauskratzen kann. Das ist natürlich super motivierend. Und wenn man dann noch Erfolg hat, bleibt man dabei."

Nur acht Punkte Rückstand auf Jorgensen

Der ganz große Erfolg soll jetzt folgen.

Doch trotz der guten Ausgangsposition ist der WM-Titel für sie nicht selbstverständlich, denn es "gehört auch das nötige Quäntchen Glück zu einem solchen Erfolg. Gerade dann, wenn es an der Spitze so eng zugeht."

Nach ihrem dritten Platz beim vergangenen Rennen in Stockholm liegt Haug in der Gesamtwertung hauchdünn nur acht Punkte hinter der führenden Amerikanerin Gwen Jorgensen.

Fünf Zähler hinter Haug lauert zudem die Britin Non Stanford.

Der Sieg in London und damit der Weg zu Weltmeisterehren wird nur über dieses Trio führen.

Taktik im Rennen entscheidend

Das Rennen über die olympische Distanz von 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen könnte nicht zuletzt wegen seiner entscheidenden Bedeutung für den WM-Ausgang auch von taktischen Spielchen geprägt sein.

Wagt Haug, die im Schwimmen im Vergleich zur Konkurrenz Defizite aufweist, bereits im Wasser einen Angriff?

Vertraut sie auf ihre Stärke mit dem Rad? Wie sieht es mit einer möglichen Unterstützung der Teamkolleginnen aus?

Man habe im Team über alles diskutiert, berichtete Haug. Aus der Deckung wollte sie sich aber nicht wagen.

Training wurde auf London ausgerichtet

Noch nicht. Denn rund um den Buckingham-Palast will das Leichtgewicht aus Bayreuth ein sportliches Feuerwerk abbrennen.

"Mein Training war absolut auf London ausgerichtet. Mit der Platzierung in Stockholm war ich zufrieden, aber natürlich werde ich erst in London in Topform am Start stehen", sagte Haug.

Platz elf bei Olympia

Dabei verbindet sie mit der Olympiastadt von 2012 keinesfalls gute Erinnerungen.

Als beste Athletin der Deutschen Triathlon Union (DTU) hatte sie bei den Spielen nur als Elfte die Ziellinie überquert - für eine Anne Haug definitiv zu wenig.

Wahrscheinlich verschwendet sie auch deshalb (noch) keine Gedanken an eine mögliche Platzierung am Samstag.

Haug will alles geben

"So kann ich hoffentlich meine bestmögliche Leistung abrufen", erzählte Haug:

"Wenn ich nach dem Rennen sagen kann, dass ich alles gegeben und meine Leistungsfähigkeit abgerufen habe, bin ich zufrieden."

Und vielleicht sogar erste deutsche Triathlon-Weltmeisterin.

Bruderduell bei Männern

Bei den Männern wird der neue Champion unterdessen wieder ziemlich sicher Brownlee heißen.

Vor dem Schlussakt am Sonntag (14.30 Uhr) führt Olympiasieger Alistair mit 3140 Punkten vor seinem den Titel verteidigenden Bruder Jonathan (3085).

Der Spanier Javier Gomez besitzt als Dritter (3020) nur noch geringe Chancen, in diese Phalanx einzubrechen:

Drei der vergangenen vier WM-Titel teilten sich die Brownlees auf. Ganz brüderlich eben.

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