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Anne Haug war 2012 Vize-Weltmeisterin und Elfte bei Olympia © getty

Der WM-Traum der Deutschen platzt an der ersten Boje. Sie rettet Platz drei, ist halbwegs zufrieden und will ab in den Urlaub.

London - Nach ihrer letzten Tortur wollte Anne Haug nur noch eines: Urlaub.

Gerade hatte Deutschlands beste Triathletin mit einer überzeugenden Kampfleistung im packenden Finale der WM-Serie den 35. Platz belegt und damit in der Endabrechnung noch die Bronzemedaille gerettet, da war der Sport schon wieder Nebensache.

"Jetzt freue ich mich total auf den Urlaub, ich will mal einfach wenig tun und nur entspannen. Die fettige Pizza und den Riesen-Nachtisch wird es natürlich auch geben", sagte Haug - mit ein bisschen Wehmut in der Stimme.

Debakel beim Schwimmen

Denn als Gesamtzweite war die 30-Jährige aus Bayreuth aussichtsreich in die britische Metropole gereist. Mit einem weiteren Sieg - Haug hatte in dieser Saison zweimal als Erste die Ziellinie überquert - wäre der erste deutsche WM-Triumph perfekt gewesen.

Haugs Träume zerplatzten allerdings schon im Wasser an der ersten Boje.

"Da habe ich eine kleine Panikattacke bekommen und hyperventiliert, warum weiß ich auch nicht", berichtete sie.

Die erste von drei Disziplinen hatte nie zur Stärke des zähen Leichtgewichts gezählt, durch den Vorfall war die ersehnte Goldmedaille aber schnell außer Reichweite. "Ich musste sogar teilweise Brustschwimmen. Das Feld war dann natürlich schon weg", sagte Haug.

Führende Jorgensen stürzt

Über die Distanz von 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen sicherte sich auf der Olympiastrecke von 2012 die Waliserin Non Standford den Tages- und damit auch den Gesamtsieg. Mit insgesamt 4220 Punkten verwies sie die Engländerin Jodie Stimpson (3805) und Haug (3110) auf die weiteren Podestplätze.

Noch schlechter als der Deutschen erging es derweil der vor dem Abschluss gesamtführenden Gwen Jorgensen (USA), die mit dem Rad stürzte und aufgeben musste.

"Solche Tage gibt es eben im Sport", sagte Haug. Sie selbst sei mit ihrem Rennen nur bedingt zufrieden gewesen, "aber immerhin stehe ich nicht mit leeren Händen da." Bundestrainer Dan Lorang pflichtete seiner Ausnahmeathletin bei. "Nach diesem unerwarteten Rennverlauf muss und darf man jetzt mit Bronze zufrieden sein", sagte er.

"Insgesamt eine tolle Saison"

Als die erste Enttäuschung über den verpassten WM-Coup vergangen war, blickte Haug dann auch freudestrahlend auf ein mehr als zufriedenstellendes Jahr zurück.

"Insgesamt hatte ich eine tolle Saison mit zwei Siegen in der WM-Serie, darunter vor allem der in Hamburg, das war wirklich ein Highlight", sagte die WM-Zweite der Vorsaison.

Und das Finale von London?

"Die Stimmung war wieder grandios, meine Mannschaft hat mich super unterstützt. Das Rennen gehört natürlich auch zu den Höhepunkten, denn ich habe nie aufgegeben und bin am Ende fast um mein Leben gerannt", sagte Haug.

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