Felix Walchshöfer, Veranstalter des traditionsreichen Triathlons in Roth, hat den Ironman-Weltverband World Triathlon Corporation (WTC) für die Ansetzung des Frankfurter Ironman harsch kritisiert.

"Zu unserem Triathlon kommen die Sportler, weil sie wollen. Nach Frankfurt gehen sie, weil sie müssen, weil sie sonst nicht die Hawaii-Qualifikation kriegen", sagte der 32-Jährige der "Frankfurter Rundschau" über die Terminkollision der beiden Rennen am 8. Juli: "Aber die Wurzeln und die Tradition liegen bei uns. Die Zahlen sind eindeutig."

In Roth sei das Rennen innerhalb von drei Stunden mit 5400 Startern ausgebucht gewesen, Frankfurt hingegen habe acht Wochen gebraucht, um 2800 Plätze zu verkaufen.

"Das ist ein Statement, und ich möchte loyal und ehrlich gegenüber dem Triathlon bleiben. Handlanger der Amerikaner zu sein, kommt für mich nicht in Frage", sagte Walchshöfer. Wie der Roth-Organisator berichtet, habe die in Besitz eines amerikanischen Finanzinvestors gelangte WTC ein Übernahmeangebot getätigt, doch an dem Ironman-Label habe Roth kein Interesse mehr.

"Der Triathlon-Kunde lässt sich nicht verarschen. Aber diese Hedgefonds tun uns einen großen Gefallen: Der Wind hat sich bereits gedreht, 99 Prozent der Triathleten sind auf unserer Seite", sagte Walchshöfer, der betonte, keine persönlichen Probleme mit den Frankfurter Kollegen Kai Walter und Rolf Aldag zu haben:

"Das Problem ist ja, dass Kai Walter und Rolf Aldag an der strengen Leine der WTC liegen und in Frankfurt nichts mehr entschieden werden darf. Und mit der WTC habe ich schon meine Probleme."

Roth war bis 2001 Schauplatz des einzigen deutschen Ironman-Rennens, dann erwarb Frankfurt die Lizenz von der WTC. Seitdem konkurrieren die Veranstaltungen miteinander.

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