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Fabian Hambüchen gewann 2002 seine erste Jugend-EM am Barren © getty

Pechvogel Hambüchen verzagt trotz Verletzung nicht und sieht seine Rolle im Team ungefährdet. Eine Rückkehr ist für März geplant.

London - Schmerzen im Fuß, Selbstzweifel im Kopf - den glatten Abriss eines Außenbandes im linken Knöchel wird Fabian Hambüchen zum Anlass nehmen, seine weitere Karriereplanung grundsätzlich zu überdenken.

"Ich muss mit den Kräften gut haushalten, das war in diesem Jahr nicht immer der Fall", so Hambüchen.

"2010 wird neu gestaltet, es wird mehr Erholungsphasen geben", kündigte der Reck-Weltmeister einen Tag nach seinem fatalen Missgeschick beim Training am Boden an.

Die am Dienstag in London beginnenden Weltmeisterschaften sind für den 21-Jährigen von der TSG Niedergirmes ebenso gelaufen wie die Champions Trophy in Hannover, der DTB-Pokal in Stuttgart, diverse Liga-Verpflichtungen und das Finale der Kunstturn-Bundesliga.

Veranstaltungen, die weitere Stationen auf der Hetzjagd Hambüchens durch ein vollgestopftes nacholympisches Jahr gewesen wären.

Aus, vorbei - voraussichtlich erst im März 2010 wird man den Mehrkampf-Europameister wieder bei einem größeren Wettkampf sehen.

Müdigkeit als Verletzungsgrund

Der bislang von schweren Verletzungen weitgehend verschonte Ausnahmeathlet, nun mühselig auf Krücken von Mikrofon zu Mikrofon hüpfend, räumte unumwunden ein, dass ihm eine gewisse Müdigkeit beim WM-Abschlusstraining in der Londoner Olympia-Arena zum Verhängnis geworden sein könnte:

"Grundsätzlich kann so etwas auch dem Fittesten passieren, aber vielleicht war einfach ein bisschen die Aufmerksamkeit weg."

So knickte er bei einer missglückten Landung um und musste umgehend im Krankenhaus untersucht werden.

Glück im Unglück

Immerhin: Eine Operation bleibt dem Mehrkampf-Europameister erspart, die Blessur soll mit einer konservativen Behandlung gründlich auskuriert werden.

Deshalb wird Hambüchen auch noch ein paar Tage in der britischen Hauptstadt bleiben, um seinen Teamkollegen die Daumen zu drücken.

"Es ist ja eine Einzel-WM, deshalb wird mein Pech der deutschen Mannschaft keinen Dämpfer geben", glaubt der Hesse.

Teamkollegen wollen Gas geben

Und die Teamkollegen kündigten bereits an, sich ohne ihren "Vorturner" ganz besonders ins Zeug legen zu wollen.

"Ich bin schließlich gesund und werde voll angreifen", sagte Matthias Fahrig (Halle/Saale), der sich schon bei den europäischen Titelkämpfen im April in Mailand mit Hambüchen ein hochspannendes Duell um den Titel geliefert hatte.

"Kronprinz" Philipp Boy aus Cottbus hat ebenfalls die Gelegenheit, am Reck wenigstens einmal aus dem Schatten des Olympia-Dritten von Peking herauszutreten.

Anspruch auf Führungsrolle

Der Lausitzer sollte sie nutzen, denn ungeachtet der leisen Selbstkritik zweifelt Hambüchen nicht daran, im kommenden Jahr wieder seine gewohnte Führungsrolle zu übernehmen.

"Ich werde zurückkommen, schließlich werde ich in zwei Wochen gerade einmal 22 Jahre alt", sagte Deutschlands Ausnahmeturner.

London bleibe sein nächstes ganz großes Ziel: "Nun heißt die Jahreszahl dazu eben 2012."

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