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Fabian Hambüchen gewann die Bronze-Medaille bei den Olympischen Spielen 2008 © getty

Bei der EM in Birmingham sind die Chancen der Deutschen gut wie nie - wegen der Vulkanasche fehlt Titelverteidiger Russland.

Birmingham - Neue Herausforderung, neuer Elan - als Solist hat Fabian Hambüchen schon fünf internationale Titel errungen, nun soll bei den am Freitag in Birmingham beginnenden Europameisterschaften das erste Mannschafts-Gold her.

Wir haben hier ein richtig starkes Team am Start", sagte der Ex-Weltmeister nach einem fast fehlerfreien Abschlusstraining und musterte kampfeslustig die noch leeren Tribünen in der National Indoor Arena. (Hambüchen glänzt - und verpasst die Luxus-Karosse)

Schon bei den europäischen Titelkämpfen vor zwei Jahren in Lausanne sammelte die Riege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) die Silbermedaille ein - hinter Russland, das wegen des tagelangen Flugverbotes über Europa und Visa-Schwierigkeiten nicht rechtzeitig nach Großbritannien reisen konnte.

"Die Trainingsleistung war top"

Hambüchen dennoch vorsichtig: "Auf jeden Fall haben wir eine gute Medaillenchance."

Doch der DTB erwartet mehr von seinem Quintett, dem neben Hambüchen der Hallenser Matthias Fahrig, Eugen Spiridonov (Bous), Philipp Boy aus Cottbus und Marcel Nguyen (Unterhaching) angehören.

"Wenn wir weltweit um Medaillen mitturnen wollen, müssen wir in Europa eigentlich die Nummer eins sein. Die Trainingsleistung war top, schade, dass die Kampfrichter noch keine Noten aufschreiben durften", sagte DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam.

Wettkampfhatz ad acta gelegt

Für Hambüchen wäre ein solcher Triumph auch ein wichtiger Schritt, um sich zumindest ein wenig von der von ihm nicht immer geschätzten Solistenrolle zu lösen: "Es muss sich nicht immer um mich drehen, ich muss nicht immer allein im Fokus stehen."

Die Praxis der vergangenen Jahre, möglichst jeden Wettkampf mitzunehmen, hat er ohnehin ad acta gelegt.

Zu sehr hat ihn das WM-Aus nach einem Trainingssturz kurz vor den Titelkämpfen im vergangenen Oktober in London geärgert, Resultat einer zu anstrengenden Saison.

Am Reck fehlen zwei Konkurrenten

Der 22-Jährige ist wählerischer geworden und will sich mehr Pausen gönnen, auch im Privatleben.

Sein Fernstudium der Wirtschaftswissenschaften hat er bis auf Weiteres unterbrochen, sich stattdessen lieber um seine Autobiographie gekümmert. Das Buch mit dem Arbeitstitel "Hambüchen" soll in wenigen Wochen auf den Markt kommen.

Und wenn möglich noch weitere Medaillentriumphe beinhalten, denn am Boden hat der Ausnahmeathlet von der TSG Niedergirmes einen Titel zu verteidigen, am Reck fehlen in Vorjahressieger Vlasios Maras aus Griechenland und dem Türken Ümit Saminoglu gleich zwei Mitfavoriten - die isländische Vulkanasche stoppte auch ihre Anreise.

20 Stunden im Bus

Hambüchen und Co. zuckelten knappe 20 Stunden per Bus nach Birmingham und nahmen die unfreiwillie Landpartie als teambildende Maßnahme.

"Es war sicherlich hart für die Jungs, aber wir haben das Beste daraus gemacht", sagte Cheftrainer Andreas Hirsch.

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