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Fabian Hambüchen steht mit dem deutschen Team im EM-Finale © getty

Nach dem EM-Aus beim Bodenturnen zieht Fabian Hambüchen mit der Mannschaft ins Finale ein. Der Sportdirektor hat viel Lob übrig.

Birmingham - Am Ende stieß er die Faust in die Luft und schnaufte erleichtert durch.

Frontmann Fabian Hambüchen war leicht indisponiert, dennoch hat die deutsche Turn-Boygroup gleich zum Auftakt der Europameisterschaften in Birmingham einen Hit gelandet.

Mit einer starken Vorstellung qualifizierte sich das Quintett des Deutschen Turner-Bundes (DTB) als zunächst führende Riege nicht nur mühelos für das Mannschafts-Finale am Samstag, sie untermauerte auch eindrucksvoll ihre Ambitionen, erstmals als Team den EM-Titel zu erobern.

Der erste Platz ging an Frankreich (263,850), EM-Gastgeber Großbritannien wurde mit 262,025 Zählern Dritter.

Am Boden gescheitert

Dabei war der 22 Jahre alte ehemalige Reck-Weltmeister Hambüchen in der National Indoor Arena von Birmingham nicht mehr wie zuletzt der Alleinunterhalter der deutschen Riege.

Zwar erreichte der Mehrkampf-Europameister von der TSG Niedergirmes erwartungsgemäß mit gewohnter Souveränität gemeinsam mit Philipp Boy aus Cottbus das Finale am Reck, musste aber als Titelverteidiger am Boden schon früh eine Wiederholung seines Vorjahreserfolges abschreiben.

Nach einem kleinen Standfehler lag er hinter dem Hallenser Matthias Fahrig und Marcel Nguyen aus Unterhaching und steht am Sonntag nicht im Endkampf.

Am Barren brach er einmal mit den Armen ein, ein Patzer, der ihn die Teilnahme an der Medaillenentscheidung kostete.

"Eine Weltklasseleistung"

Zumindest an den Ringen allerdings durfte Hambüchen zusammen mit Nguyen noch auf einen weiteren Finalplatz hoffen.

"Jetzt wittern wir schon Morgenluft, das war von unserer Mannschaft eine Weltklasseleistung bei einer Europameisterschaft", sagte Hambüchen, der seinem verlorenen Titel am Boden in keiner Weise nachtrauerte.

"Ich habe mich total für Marcel und Matthias gefreut. Im Moment bin ich eben am Boden nur die Nummer drei in Deutschland", erklärte er.

Dies konnte der Hesse aber durch die nicht eingeplante Final-Qualifikation an den Ringen, zusammen mit Nguyen, ausgleichen.

Fahrig will mehr

Fahrig und Nguyen haben sowohl an diesem Gerät als auch beim Sprung reelle Siegchancen und waren im Vorkampf die eifrigsten Punktesammler im deutschen Team.

"Am Sonntag packen wir noch mehr aus, diesmal sind wir teilweise auf Sicherheit gegangen", berichtete Fahrig.

Bundestrainer Andreas Hirsch wollte sich allerdings von dem exzellenten Zwischenergebnis bei aller Zufriedenheit nicht blenden lassen.

"Erhoffte Glanzleistung"

"Wer hoch stapelt, kann auch tief fallen", lautete das erste Fazit des Berliners.

Mehr Lob kassierten die Athleten von DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam: "Das war die erhoffte Glanzleistung unserer Truppe."

Mit 263,300 Punkten distanzierte die Mannschaft von Chefcoach Hirsch Spanien (260,475) und Rumänien (257,500) deutlich.

Russland fehlt

Begünstigt wurde das gute deutsche Zwischenergebnis allerdings auch vom Fehlen der russischen Riege.

Der Titelverteidiger hatte wegen des tagelangen Flugverbotes über weiten Teilen Westeuropas nicht mehr rechtzeitig anreisen können.

Hirsch dazu trocken und mitleidlos: "Wer nicht zur Party geht, kann auch nicht mitfeiern."

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