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Matthias Fahrig gewann bei der EM 2009 in Mailand Silber (Boden) und Bronze (Sprung) © imago

Das DTB-Quintett schreibt Geschichte und setzt sich ohne jeden Patzer gegen Gastgeber Großbritannien und Franzosen durch.

Birmingham - EM-Gold geholt und Geschichte geschrieben: Erstmals seit 55 Jahren haben die deutschen Kunstturner bei europäischen Titelkämpfen in der Mannschafts-Entscheidung gesiegt.

Angeführt von Ausnahmeturner Fabian Hambüchen gewannen die Schützlinge von Chefcoach Andreas Hirsch bei den Europameisterschaften in Birmingham den Team-Wettbewerb und wurden damit ihrer Favoritenrolle nach der Absage von Titelverteidiger Russland gerecht.

Nach einer geschlossenen Leistung der deutschen Riege ohne Patzer lagen die deutschen Gerätartisten am Ende mit 266,150 Punkten deutlich vor Gastgeber Großbritannien (263,025) und Frankreich (260,100).

Schon nach dem zweiten von sechs Durchgängen übernahm die deutsche Mannschaft die Führung und gab sie bis zum Schluss nicht mehr ab.

Jubel vor Übungsende

Selbst am gefürchteten Seitpferd zum Abschluss leistete man sich keinen Absteiger und überstand somit 18 Übungen ohne Sturz.

Als der letzte Turner Philipp Boy das Podium verließ, hatten seine Teamkollegen und sämtliche Betreuer längst mit einem wilden Siegestanz begonnen und zogen den Cottbuser schnell in ihre Mitte.

Nguyen setzt I-Tüpfelchen

Die Vorentscheidung brachte der Durchgang am Barren. Auch hier blieb das DTB-Quintett weitgehend fehlerfrei, baute seinen Vorsprung auf mehr als drei Punkte aus und übte damit auf die Konkurrenz gehörigen Druck aus.

Marcel Nguyen setzte hier das I-Tüpfelchen, als er seinen weltweit nahezu exklusiven Abgang, den Tsukahara, sicher landete.

Fahrig mit starker Vorstellung

Die deutschen Turner waren zuvor schon gut in die Entscheidung gestartet. Nach solidem Beginn an den Ringen sammelte man insbesondere am Sprung wertvolle Punkte.

Ein Raunen ging durch die National Indoor Arena von Birmingham, als der Hallenser Matthias Fahrig den schwierigen Roche perfekt in den Stand brachte und damit auch seine Favoritenrolle für das Finale an diesem Gerät am Sonntag unterstrich.

Boy macht Hambüchen Konkurrenz

Begleitet wird der Halb-Kubaner in diesem Endkampf und auch im Boden-Finale von Nguyen, der zusammen mit Hambüchen auch in der Entscheidung an den Ringen steht.

Der Olympia-Dritte wiederum darf sich am Reck Hoffnungen machen, seinen vierten EM-Titel am "Königsgerät" zu gewinnen.

Nationale Konkurrenz machen wird ihm aber dabei Boy.

Junioren verpassen Top Ten

Weniger erfolgreich als die "Senioren" waren die deutschen Nachwuchsturner.

Beim Mehrkampf-Finale der Junioren, das bereits am Mittag ausgetragen wurde, kam Christopher Jursch aus Cottbus auf den zwölften Platz, Rang 16 erturnte sich der Kieler Daniel Weichert.

Der Sieg ging an Sam Oldham aus Großbritannien.

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