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Oksana Chusovitina startet seit 2006 für den Deutschen Turner-Bund © imago

Nach dem Medaillenregen für die Männer ist die 34-Jährige einzige DTB-Hoffnung auf EM-Edelmetall. Sie drosselt aber das Programm.

Birmingham - "Oma Oksana" soll es wieder einmal richten:

Die fast 35 Jahre alte Oksana Chusovitina ist bei den am Donnerstag beginnenden Europameisterschaften der Kunstturnerinnen in Birmingham die einsame Medaillenhoffnung des Deutschen Turner-Bundes (DTB). (Ex-Sorgenkind Fahrig als Star der Turn-EM)

"Sie ist die Einzige, die eine Chance hat", muss DTB-Cheftrainerin Ulla Koch einräumen.

Nur wenige Tage nach dem EM-Medaillenregen für die männlichen Kollegen an gleicher Stelle wird die ersatzgeschwächte deutsche Riege in der National Indoor Arena weitgehend hinterherturnen.

Zu viele Ausfälle

Zu schwer wiegen die Ausfälle der letztjährigen EM-Dritten am Stufenbarren Anja Brinker und der deutschen Mehrkampf-Meisterin Kim Bui, die nach Operationen erst wieder bei den Welttitelkämpfen im Oktober in Rotterdam zur Verfügung stehen werden.

Da ist es fast ein Wunder, dass Chusovitina noch einmal auf das Turnpodium zurückgekehrt ist.

Denn auch die gebürtige Usbekin, Olympia-Zweite von Peking beim Sprung, musste sich seither drei operativen Eingriffen an der Achillesehne und an der Schulter unterziehen.

Doch aus dem Krankenbett heraus wollte die Wahl-Kölnerin ihre Karriere nicht beenden: "Dafür habe ich immer noch zuviel Spaß am Sport."

"Ich möchte springen und stehen"

Komplett hergestellt ist die Mannschafts-Olympiasiegerin von 1992 allerdings noch nicht, deshalb wurde die Schwierigkeit ihrer Sprünge leicht gedrosselt, die übrigen drei Geräte lässt Chusovitina zudem aus.

Und auch bei einer Prognose bezüglich des eigenen Abschneidens ist die 1,53 m kleine Diplomsportlehrerin wie gewohnt vorsichtig:

"Ich möchte springen und stehen, dann wird man sehen." Sehen wird man auch, ob Chusovitina das sehr unerfahrene DTB-Quintett bis ins Mannschafts-Finale am Samstag führen kann.

"Haben keine Notnagel-Mannschaft"

Dafür müssen die deutschen Turnerinnen in der Qualifikation am Donnerstag mindestens Rang acht belegen.

Cheftrainerin Koch ist das nur verhalten optimistisch: "Wir haben hier keine Notnagel-Mannschaft am Start, aber es wird schwer."

Das DTB-Aufgebot für Birmingham: Oksana Chusovitina Elisabeth Seitz (Mannheim), Marie-Sophie Hindermann (Tübingen), Lisa-Katharina Hill (Chemnitz), Dorothee Henzler (Kirchheim).

Der EM-Zeitplan

Donnerstag: Qualifikation (11.00 Uhr)

Samstag: Mannschafts-Finale (16.00 Uhr)

Sonntag: Gerätefinals (16.00 Uhr)

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