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Sang Lan hat 2007an der Universität von Peking in Berichterstattung abgeschlossen © imago

Die Turnerin behauptet, ein gegnerischer Trainer habe die Folgen ihres Sturzes bei den Goodwill Games 1998 verschlimmert.

Peking - Die ehemalige chinesische Turnerin Sang Lan sucht einen amerikanischen Anwalt und will die Organisatoren der Goodwill Games 1998 in New York verklagen.

Die damals 17-Jährige war beim Sprung-Training auf den Kopf gefallen und hatte sich dabei das Genick gebrochen. Seitdem ist die Chinesin querschnittsgelähmt und an einen Rollstuhl gefesselt.

"Missmanagement und schlechte Organisation waren ursächlich für meinen Unfall. Ich habe zwölf Jahre geschwiegen, nun ist es an der Zeit, die Wahrheit zu sagen", schrieb Sang am Wochenende in ihrem Internet-Blog.

Verbandsvertreter sprechen von Hirnschaden

Angeblich habe ein Trainer einer anderen Nation damals vor ihrem verhängnisvollen Sprung eine Matte in der Landezone entfernt.

Sang behauptet, sie habe dies auch gesagt, als sie ins Hospital gebracht wurde, doch Verbandsvertreter hätten entgegnet, sie habe durch den Sturz auch einen Hirnschaden erlitten.

Nun sei sie "alt genug, für mich selbst zu sprechen", meint die 29-Jährige. Sie greift auch ihre einstigen Teamkolleginnenn an, die sich nach dem Unfall grausam von ihr abgewendet hätten.

Reaktion auf die Boykott-Probleme

Vor zwei Jahren hatte Sang noch erzählt, sie hege "keine negativen Gefühle" und habe die Begeisterung für den Sport nicht verloren.

"Es bringt nichts, etwas zu bereuen - auch wenn ich nicht sagen kann, dass ich nie etwas bereue. Ich beschwere mich aber nie", hatte sie erklärt.

Die Goodwill Games waren ein internationaler sportlicher Wettbewerb, ins Leben gerufen von Medienmogul Ted Turner als Reaktion auf die Boykott-Probleme rund um die Olympischen Spiele in den achtziger Jahren.

Die Goodwill Games wurden erstmals 1986 in Moskau ausgetragen. 2001 fanden sie zum fünften und letzten Mal im australischen Brisbane statt.

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