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Aliya Mustafina und ihr Team gewinnen erstmals seit 1991 Gold © getty

Die Russinnen kompensieren einige grobe Patzer am Stufenbarren und fangen die USA mit einem spektakulären Comeback noch ab.

Rotterdam - Machtwechsel bei den Kunstturnerinnen: Etwas überraschend ist Titelverteidiger USA bei den Weltmeisterschaften in Rotterdam vom Erzrivalen Russland entthront worden.

Mit der letzten Übung und am Ende 175,397 Punkten fing das Quintett aus Moskau die US-Girls (175,196) noch ab. Für Olympiasieger China reichte es mit 174,781 Zählern nur zur Bronzemedaille.

Die erste Entscheidung der Welttitelkämpfe lebte mehr von der Spannung als von hochklassigen Darbietungen. Keine Riege kam ohne Patzer über die Geräte, der Finalmodus ohne Streichwert sorgte für zusätzliche Dramatik.

In der Vorrunde hingegen ist es erlaubt, den schlechtesten Wert aus dem Teamergebnis streichen zu lassen.

Russland kompensiert Patzer

Die als Qualifikations-Beste in die Entscheidung gelangten Russinnen schienen sich sich alle Goldhoffnungen durch einen Einbruch am Stufenbarren bereits verdorben zu haben.

Nach dem ersten von vier Durchgängen noch auf Rang eins platziert, wurden drei Absteiger vom Doppelreck von den Kampfrichterinnen mit empfindlichen Punktabzügen bestraft.

Doch vor 7000 Zuschauern im Ahoy-Sportpalast begann danach eine furiose Aufholjagd, die mit dem ersten WM-Titel im Teamwettbewerb seit 1991 endete.

Rumänien nur Vierter

Anders als erwartet konnte die Riege aus Rumänien auf Rang vier (173,096) nicht ernsthaft in den Medaillenkampf eingreifen. Die Ex-Weltmeisterinnen waren nicht ausgeglichen genug besetzt und ließen ebenfalls am Stufenbarren zuviele Zähler liegen.

Die deutschen Turnerinnen waren bei der ersten Medaillenentscheidung dieser Welttitelkämpfe nur Zuschauer.

Stark ersatzgeschwächt war die Mannschaft des Deutschen Turner-Bundes im Vorkampf nicht über den 14. Platz hinausgekommen, hatte sich damit aber wenigstens für die Weltmeisterschaften 2011 in Tokio qualifiziert, wo die ersten Olympia-Tickets für London 2012 vergeben werden.

Seitz im Mehrkampf-Finale

Der deutschen Mehrkampf-Meisterin Elisabeth Seitz gelang immerhin der Sprung ins Mehrkampf-Finale am Freitag (19.30 Uhr).

Die Weltmeisterschaften werden am Donnerstag (17.00 Uhr) mit dem Teamfinale der Männer fortgesetzt. Für diese Medaillenentscheidung der besten acht Riegen hatte sich die deutsche Mannschaft im Vorkampf am Dienstag mit Rang fünf qualifiziert.

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