vergrößernverkleinern
Elisabeth Seitz turnt in der Bundesliga für die TG Mannheim © imago

Überraschungs-Finalistin Elisabeth Seitz trumpft bei der WM in Rotterdam auf. Eine Belohnung hat sie sich schon erturnt.

Rotterdam - An ihrem freien Tag war Elisabeth Seitz in Rotterdam schon ganz oben auf dem 158 Meter hohen Euromast im Parkhaven.

Ihr sportlicher Höhepunkt bei den Kunstturn-Weltmeisterschaften soll am Samstag (15 Uhr) folgen, wenn die 16 Jahre alte Mannheimerin am Stufenbarren ihr erstes WM-Finale bestreitet.

Die Herangehensweise ist schon klar: "Ich vergesse, dass WM ist. Ich denke nur noch an meine Übung."

Umfeld ausblenden, volle Konzentration auf die Kür - damit ist die Zehntklässlerin des Ludwig-Frank-Gymnasiums in diesem Jahr bereits mehrfach gut gefahren.

Trainingsfleiß wird belohnt

Schon bei den europäischen Titelkämpfen im Mai in Birmingham reichte es am Doppelreck zum achten Platz, der erste nationale Titel folgte im September in Berlin.

Mit einer Weltklasseübung und einem spektakulären Schraubensalto der höchsten Schwierigkeitsgruppe G, dem sogenannten Def, den im Ahoy-Sportpalast bei den Frauen derzeit niemand außer ihr im Wettkampf beherrscht.

Immer mehr zahlt sich aus, dass Seitz jeden Tag bereit ist, mehr als ihre Teamkollegen zu trainieren. Wenn die Mitstreiterinnen bereits an den Feierabend denken, legt sie gern noch ein paar durchgeturnte Übungen nach.

Abitur erst 2013

"Elisabeth ist keine Extraschicht zuviel, ihr Fleiß ist lobenswert", sagt Heimtrainerin Claudia Schunk, auch DTB-Teamchefin Ulla Koch ist angetan: "Elis Einstellung ist vorbildlich."

So kommen schnell durchschnittlich 32 Trainingsstunden pro Woche zusammen, mittlerweile zuviel für einen normalen Weg zum Abitur.

Seitz hat sich daher entschieden, die Abiturprüfungen erst 2013 statt 2012 abzulegen, auch um sich voll auf Olympia in London konzentrieren zu können. Denn die Spiele 2008 in Peking hat sie nur vor dem Fernseher erlebt und sich dabei geschworen, vier Jahre später selbst auf dem Turnpodium zu stehen.

Zimmergenossin darf bleiben

Bis dahin möchte Seitz auch im Mehrkampf zur erweiterten Weltklasse gehören, immerhin reichte es schon in Rotterdam zur ersten Teilnahme am Finale am Freitag (19.30 Uhr).

Diesmal noch mehr ein Aufgalopp, ein letzter Test am Stufenbarren für den Samstag. Dass sie im Vierkampf von der absoluten Weltspitze noch ein Stück entfernt ist, spornt das genau einen Zentner schwere Kraftpaket nur an: "Das ermutigt mich mehr, beeindrucken lasse ich mich nicht."

Immerhin: Von jeglichen Starallüren weit entfernt, hat sich Seitz in der niederländischen Hafenmetropole schon erste Privilegien erturnt.

Denn während die meisten Teamkolleginnen am Donnerstag abreisen mussten, darf ihre Zimmergenossin Pia Tolle bis zum WM-Ende bleiben. Quasi als seelischer Beistand für die neue deutsche Vorturnerin.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel