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Fabian Hambüchen ist der amtierende Mehrkampf-Europameister © imago

Die deutsche Mannschaft um Fabian Hambüchen belegt hinter China und Japan wie 2009 Platz drei. Es wäre sogar mehr drin gewesen.

Rotterdam - Lange am Gold geschnuppert, am Ende Bronze gewonnen - mit einer Energieleistung haben die deutschen Kunstturner bei den Weltmeisterschaften in Rotterdam Olympiasieger China und Ex-Weltmeister Japan schwer in Bedrängnis gebracht.

Erst im letzten Durchgang sicherten die Gerätartisten aus dem Reich der Mitte mit 274,997 Punkten im Mannschafts-Wettbewerb ihre erfolgreiche Titelverteidigung.

Mit 273,769 Punkten gewann Japan die Silbermedaille, die Riege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) kam auf 271,252 Zähler.

"Niemand hat geglaubt, dass wir das schaffen können. Das ist so ein geiles Gefühl", sagte Philipp Boy, der als einziger deutscher Turner alle sechs Übungen absolviert hatte. Der 23-Jährige Cottbuser turnt derzeit in der Form seines Lebens.

Hambüchen stark

Die deutschen Turner fanden sich am Ende in einem Kreis zusammen und feierten ausgelassen ihre Medaille, immer wieder stießen Fabian Hambüchen und seine Kollegen die Fäuste in die Luft und jubelten laut.

Wie Hambüchen, der verletzungsbedingt auf Boden und Sprung verzichten musste, bot auch Philipp Boy aus Cottbus eine starke Vorstellung. Im Gegensatz zum Vorkampf stand der Hallenser Matthias Fahrig diesmal seinen Sprung nahezu perfekt.

Mit diesem Resultat wiederholten die deutschen Gerätartisten ihren Triumph bei den Weltmeisterschaften 2009. Lautstark unterstützt von den Zuschauern in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle hatten Hambüchen und Co. auch seinerzeit die Bronzemedaille gewonnen.

Das gute Abschneiden in Rotterdam bestätigte auch, dass der Gewinn der Team-Europameisterschaft im April in Birmingham kein Zufall gewesen war.

DTB sehr beständig

Diesen Quervergleich zog auch DTB-Präsident Rainer Brechtken. "Der Rückstand auf die Asiaten ist deutlich zusammengeschmolzen. Wir sind von ihnen nur noch einen Fehler entfernt", analysierte der Verbandsboss.

Souverän und ohne grobe Fehler arbeiteten sich die Schützlinge von Cheftrainer Andreas Hirsch schon im zweiten Durchgang an die Spitze.

Während den Mitfavoriten immer wieder kleinere und größere Patzer unterliefen, glänzte die DTB-Riege durch große Beständigkeit. Auch die nur als Ergänzungsturner eingesetzten Eugen Spiridonov (Bous) und Thomas Taranu (Straubenhardt) überzeugten.

Ein wichtiger Weichensteller zum Erfolg war auch der homogene Auftritt am Barren. Krimmer, Boy und Hambüchen präsentierten drei nahezu makellose Übungen und wurden von der kleinen deutschen Fankolonie im Ahoy-Sportpalast mit Sprechchören gefeiert.

Sogar Gold war möglich

Nach vier von sechs Durchgängen lag die Hirsch-Riege sogar vor China und Japan an der Spitze des Zwischenklassements.

Erst am Boden und am Seitpferd mussten die Deutschen der technischen Überlegenheit Chinas Tribut zollen. Zudem blieb Boden-Europameister Fahrig an seinem Spezialgerät wie schon in der Qualifikation unter seinen Möglichkeiten, einen Sturz immerhin konnte der Halb-Kubaner diesmal vermeiden.

Der Wettkampf hatte für das deutsche Sextett schon glänzend begonnen. Einem soliden Auftakt an den Ringen folgten drei starke Sprünge über den Tisch von Fahrig, Boy und Krimmer.

Nicht einmal der verletzte deutsche Mehrkampf-Meister Marcel Nguyen aus Unterhaching (Beinbruch) wurde vor 5000 Zuschauern in dieser Phase der Entscheidung vermisst.

Am Freitag geht es weiter

Die Welttitelkämpfe werden am Freitag mit den Mehrkampf-Finals fortgesetzt.

Aus der deutschen Männerriege haben sich Boy und Spiridonov qualifiziert, bei den Frauen wird der DTB durch die deutsche Vierkampf-Meisterin Elisabeth Seitz aus Mannheim repräsentiert.

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