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Fabian Hambüchen gewann 2007 WM-Gold am Reck © getty

Fabian Hambüchen schnappt seinem Teamkollegen Philipp Boy die Bronzemedaille vor den Augen weg. Auch Boy ist zufrieden.

Rotterdam - Bronze für Fabian Hambüchen, Blech für Philipp Boy - in einem dramatischen Reckfinale hat der Ex-Weltmeister zum Abschluss der Kunstturn-Weltmeisterschaften in Rotterdam den Ansturm des neuen internen Rivalen gerade noch einmal abwehren können.

"Mein Plan ist voll aufgegangen, ich bin total zufrieden.

Genau am richtigen Tag war ich topfit", sagte Hambüchen (15,966) triumphierend und genoss bei der Siegerehrung im Ahoy-Sportpalast den Beifall von Hollands Kronprinz Willem, der mit seiner kompletten Familie gekommen war.

Mehrkampf-Vizeweltmeister Boy (15,833) hingegen war vom undankbaren vierten Platz doch enttäuscht.

"Ich weiß nicht, was die Kampfrichter da gesehen haben. Vielleicht hat mein winziger Schritt die entscheidenden Zehntelpunkte gekostet", haderte der Lausitzer, der vom Ausgangswert mit 7,3 Punkten vor Hambüchen (7,1) lag, insgesamt aber weniger Zähler bekam und somit den Sprung aufs Treppchen um eine Winzigkeit verpasste.

Hambüchen feiert in Geburtstag hinein

So konnte Hambüchen, der wegen einer entzündeten Achillessehne auf Boden und Sprung hatte verzichten müssen, mit einer Bronzemedaille um den Hals am Abend im Cruise Center von Rotterdam in seinen 23. Geburtstag hineinfeiern.

Rivale Boy freute sich indes schon auf die Rückkehr nach Hause: "Da muss ich diese für mich sensationelle WM verarbeiten und realistisch einschätzen."

Mit der schwierigsten (7,5), aber nicht saubersten Übung, ging der Sieg an den Chinesen Zhang Chenlong (16,166), der den lange führenden niederländischen Lokalmatadoren Epke Zonderland (16,033) mit der allerletzten Kür der Welttitelkämpfe noch abfing.

8238 Zuschauer in der ausverkauften Arena, ihr Kronprinz eingeschlossen, waren fassungslos und starteten ein Pfeifkonzert.

Hambüchen am Barren auf Rang vier

Zuvor hatte Hambüchen in seinem ersten WM-Finale am Barren im Feld der Spezialisten einen hervorragenden vierten Platz belegt.

Trotz eines kleinen Hüpfers beim Abgang erhielt der Hesse 15,366 Punkte. China feierte durch Feng Zhe (15,966) und Teng Haibin (15,616) einen Doppelsieg, Bronze holte sich der alte und neue Mehrkampf-Weltmeister Kohei Uchimura aus Japan (15,500).

"Den hätte ich wohl auch ohne den Hopser bei der Landung nicht erreichen können", meinte Hambüchen.

Titel an Frankreich, Rumänien und Australien

Drei Finalwettkämpfe fanden am Schlusstag ohne deutsche Beteiligung stand. Beim Sprung ging der Sieg an den Franzosen Thomas Bouhail, Ana Porgras aus Rumänien gewann am Schwebebalken die Goldmedaille.

Als Weltmeisterin am Boden durfte sich die Australierin Lauren Mitchell feiern lassen.

Überzeugen konnten die deutschen Athleten auch in den Teamwettbewerben. Sogar ohne den verletzten deutschen Mehrkampf-Meister Marcel Nguyen aus Unterhaching (Beinbruch) konnte auch ohne Heimvorteil der dritte Platz der WM 2007 in Stuttgart hinter Olympiasieger China und Ex-Weltmeister Japan verteidigt.

Die noch mehr ersatzgeschwächte Mädchenriege kam auf Rang 14 und sicherte sich damit das Ticket für die Welttitelkämpfe 2011 in Tokio, wo die ersten Olympia-Tickets vergeben werden.

Seitz ist neue Vorturnerin

Als neue Vorturnerin von Cheftrainerin Ulla Koch entpuppte sich in der niederländischen Hafenmetrople Elisabeth Seitz.

Die 16-jährige deutsche Mehrkampf-Meisterin aus Mannheim war die große Stütze im Team, etablierte sich als Zwölfte im Mehrkampf in der erweiterten Weltklasse und qualifizierte sich auch für das Finale am Stufenbarren, wo sie allerdings nach zwei Stürzen nur den achten und letzten Platz belegte.

Koch: "Insgesamt hat sich Elis' Trainingsfleiß ausgezahlt."

Lediglich Matthias Fahrig erreichte nicht alle gesteckten Ziele. Der Boden-Europameister verpasste seinen anvisierte Endkämpfe am Boden und beim Sprung und kam gar nicht mehr dazu, den von ihm kreierten "Fahrig" den Kampfrichtern bei der Boden-Entscheidung zu präsentieren.

"Aber das ist abgehakt, ich blicke schon wieder nach vorn", erklärte der Hallenser.

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