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Fabian Hambüchen wurde 2007 in Stuttgart Weltmeister am Reck © imago

Hambüchen ist erfolgreich operiert - und sein Umfeld will ebenso wie der DTB vermitteln, dass die Verletzung verkraftbar ist.

München - Fabian Hambüchen war in Bad Nauheim noch nicht einmal aus seiner OP-Narkose erwacht, da gingen die Blicke beim Deutschen Turner-Bund schon wieder nach vorn.

Der Achillessehnenriss des Mehrkampf-Europameisters wirft zweifellos einen Schatten auf die europäischen Titelkämpfe Anfang April in Berlin, die Bedeutung des Championats soll er aber nicht schmälern.

"Wir erwarten viele Besucher aus ganz Europa, die EM ist und bleibt eine hochkarätige Veranstaltung", sagte DTB-Präsident Rainer Brechtken.

Über Jahre hinweg war der Verband von der sportlichen Form seines "Vorturners" extrem abhängig.

DTB-Team gut aufgestellt

Mittlerweile jedoch sind die Schützlinge von Bundestrainer Andreas Hirsch auf breiter Front so gut aufgestellt, dass die Titelkämpfe in der Max-Schmeling-Halle als Enttäuschung in die Annalen eingehen würden, sollten die deutschen Gerätartisten in der Hauptstadt ohne Medaillen bleiben.

"Wir bringen mit Philipp Boy den Vize-Weltmeister im Mehrkampf an den Start, mit Matthias Fahrig den Titelverteidiger am Boden und mit Marcel Nguyen einen Mannschafts-Europameister", zählte DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam auf.

Die Teamwertung steht in Berlin nicht auf dem EM-Programm, da wäre ein Ausfall Hambüchens sicherlich nicht ganz einfach zu verkraften gewesen (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News).

Der Blick geht nach Tokio

Gleiches würde für die Weltmeisterschaften im Oktober in Tokio gelten, doch bis dahin sollte der Olympia-Dritte am Reck wiederhergestellt sein, sofern der Heilungsprozess normal verläuft.

Willam: "Unser angesetztes gemeinsames Termingespräch müssen wir nun natürlich verschieben. Wir hoffen alle, dass Fabian schnell wieder gesund wird."

Davon geht auch Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen aus. "Wir hoffen natürlich, dass Fabian in der Reha rasche Fortschritte macht. Nachdem sich Berlin erledigt hat, ist nun Tokio das große Ziel dieses Jahres", sagte Hambüchen senior.

"Hirsch-Rudel" vor machbarer Aufgabe

In der japanischen Hauptstadt geht es nicht nur um Titel und Medaillen, auch die ersten Olympiatickets für London 2012 werden vergeben.

Dafür muss die deutsche Riege im Mannschafts-Wettbewerb mindestens den achten Platz belegen, eine durchaus lösbare Aufgabe für das "Hirsch-Rudel". Zu dem sich bis dahin auch der 23-jährige Hambüchen wieder gesellen soll.

Hambüchens Manager Klaus Kärcher jedenfalls versuchte, dem Missgeschick seines Schützlings noch etwas Positives abzugewinnen: "Die Sehne ist ab, aber nun weiß man, woran man ist. Fabians Körper muss sich jetzt die Zeit nehmen, um die Sache auszukurieren."

"Er ist ja noch jung"

Dass die Vermarktung des Hessen durch die lange Zwangspause ins Stocken kommen könnte, glaubt Kärcher indes nicht:

"Er ist ja noch jung und hat noch große Ziele. Wenn er schon 30 oder noch älter wäre, hätte es problematisch werden können. Marketingtechnisch gesehen, ist sein Achillessehnenriss kein Beinbruch."

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