vergrößernverkleinern
Fabian Hambüchen wurde 2007 in Stuttgart Weltmeister am Reck © getty

Nach erfolgreicher OP arbeitet der Weltmeister an seinem Comeback. Gedanken ans Karriere-Ende verwirft er. Das Ziel ist Olympia.

München - Der linke Unterschenkel in Gips, das rechte Bein in einem Kompressionsstrumpf, die Arme stützen sich auf Krücken.

Fabian Hambüchen sieht derzeit nicht unbedingt wie einer kommender Kunstturn-Olympiasieger aus.

Und dennoch hat der 23-Jährige, der eine Woche nach seiner Operation nach erlittenem Achillessehnenrissmit der Rehabilitation in der Sportklinik Bad Nauheim begonnen hat, genau dieses Ziel weiter im Visier.

"Was mich antreibt, ist London 2012", sagte der Mehrkampf-Europameister. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Bartels treibt Hambüchen an

Angetrieben wird Hambüchen momentan vor allem von seiner Physiotherapeutin Eva Bartels. Das Gesicht der Krankengymnastin wird der Mehrkampf-Europameister, dessen linke Achillessehne am 15. Januar im Training beim Absprung zu einem Rückwärts-Salto gerissen ist, in den kommenden Wochen ständig sehen.

"Ich werde alle Energie in die Reha stecken, um noch stärker zurückzukommen. Deshalb werde ich mich in der nächsten Woche in der Sportklinik einquartieren und zweimal am Tag trainieren", erklärte Hambüchen.

Bei den Übungseinheiten geht es für den ehemaligen Reck-Weltmeister zunächst allerings nur darum, seinen gestählten Körper in Form zu halten.

Comeback in Tokio geplant

"Zu Anfang kann ich jetzt nur Kraftraining für den Oberkörper und das andere Bein machen. Ansonsten stehen vor allem Krankengymnastik und Lymphdrainage auf dem Programm", sagte Hambüchen, der bei der WM im Oktober in Tokio sein Comeback feinern will.

"Natürlich möchte ich bei der Weltmeisterschaft an den Start gehen, wenn es gesundheitlich möglich ist. In der Hinsicht kann man aber jetzt noch keine Prognose wagen", so der 22-Jährige.

Zu einer Voraussage hinsichtlich einer Rückkehr an die Geräte lässt sich auch Hambüchens Arzt Johannes Peil, der auch Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher betreut, noch nicht hinreißen.

"Sind darauf bedacht, keine Fehler zu machen"

"Eine Prognose können wir in ein paar Wochen wagen. Jetzt sind wir darauf bedacht, keine Fehler zu machen und alle Schritte gut zu überlegen", sagte der Mediziner: "Die ersten Tage nach der Operation waren gut für Fabian. Er hatte wenige Schwellungen und wenige Schmerzen. Er ist motiviert und sieht die Möglichkeit, den Schlag gut zu verkraften."

In der Tat wirkt Hambüchen, der in den vergangenen zwei Jahren immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen wurde, alles andere als niedergeschlagen.

Keine Gedanken an Karriere-Ende

Der Olympiadritte am Reck, der die Heim-EM Anfang April in Berlin verpassen wird, gibt sich kämpferisch und will nichts von ersten Anzeichen für ein drohendes Karriere-Ende wissen.

"Der Heilungsprozess läuft gut, ich bin optimistisch. Ich sehe mich sowieso nicht als Pechvogel oder so etwas in der Art. Trotz der Verletzungen habe ich in den letzten beiden Jahren schließlich immer wieder Erfolge nach Hause gebracht", erklärte der gebürtige Bergisch-Gladbacher, der schon im Alter von 17 Jahren seine erste EM absolvierte.

"Von Verschleiß würde ich nicht reden. Ich betreibe nunmal Leistungssport, da sind Verletzungen normal. Aber auch diese Verletzung geht vorüber und dann greife ich wieder an."

EM-Teilnahme trotz Verletzung

Bei der EM in Berlin kann Hambüchen zwar noch nicht wieder angreifen, mit von der Partie will der Sportler des Jahres 2007 aber dennoch sein. "Ich werde mir die EM natürlich nicht entgehen lassen. Das kann ich nicht bringen", sagte Hambüchen: "Ich werde dort teilweise als Co-Kommentator und als Experte für das Fernsehen arbeiten."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel