vergrößernverkleinern
Philipp Boy holte 2010 bei der EM Platz eins mit dem Team und Rang drei am Reck © getty

Der letzte Test vor der Heim-EM verläuft für den derzeit besten Deutschen, Philipp Boy, nur mäßig. Auch Marcel Ngyuen hadert.

Dessau - Am Barren gestürzt, beim Sprung auf dem Hintern gelandet - die EM-Generalprobe von Philipp Boy in der Anhalt-Arena von Dessau verlief alles andere als glanzvoll.

Doch der Vize-Weltmeister ließ sich davon drei Tage vor dem Beginn der Europameisterschaften in Berlin nicht aus der Ruhe bringen.

"Das sollte man nicht überbewerten, jetzt freue ich mich erstmal wahnsinnig, dass es losgeht", sagte der 23-Jährige.

Immerhin: Zu seinen Patzern gesellte sich auch eine Weltklasseübung am Reck, die in der Max-Schmeling-Halle zum ersten EM-Titel am `Königsgerät" reichen könnte. Boy turnte volles Risiko und wurde bei einem Ausgangswert von 7,4 mit 16,20 Punkten belohnt.

Geteilter Sieg für Boy

Dennoch hielt der Lausitzer anschließend den Ball flach: "Ich war noch nie Europameister und werde jetzt nicht sagen, ich muss unbedingt Gold holen."

Eine Medaille ist für Boy aber auch im Mehrkampf möglich, denn trotz seiner Fehler reichte es noch zu 90,15 Zählern und einem geteilten Sieg zusammen mit Kristian Thomas aus Großbritannien.

Rang drei ging an dessen Landsmann Daniel Purvis (89,90).

Ngyuen noch nicht ganz fit

Noch ein wenig im Schatten von Boy stand in Dessau Marcel Nguyen. Nach mehrmonatiger Verletzungspause (Wadenbeinbruch) muss sich der deutsche Mehrkampf-Meister erst langsam an seine Bestform herantasten.

Ausgerechnet an seinem Paradegerät, dem Barren, patzte der Unterhachinger gleich zu Beginn. Ohne diesen Aussetzer wäre mehr als Rang vier beim EM-Test möglich gewesen.

"Die lange Pause war nicht leicht für mich, ich muss immer gucken, wie sich mein Bein anfühlt. An manchen Geräten läuft es noch nicht perfekt", analysierte der Sportsoldat seine Situation.

Dennoch ist Ngyuen als zweiter EM-Mehrkämpfer hinter Boy für Berlin gesetzt.

Ohne Zwei nach Berlin

Die kleinen Aussetzer seiner Topturner waren natürlich auch Bundestrainer Andreas Hirsch nicht entgangen, der Berliner ging damit jedoch gelassen um.

"Besser jetzt solche Instabilitäten als dann in Berlin. Ich gehe davon aus, dass wir uns bei der EM verbessert zeigen werden", sagte der Chefcoach, der bei den europäischen Titelkämpfen auf Ex-Weltmeister Fabian Hambüchen (Achillessehnenriss) sowie den Hallenser Boden-Europameister Matthias Fahrig (Zahnprobleme) verzichten muss.

Erster Einsatz am Donnerstag

Die deutsche Riege, zu der auch Robert Weber (Ehmen), Sebastian Krimmer aus Backnang, der Berliner Brian Gladow und Thomas Taranu aus Straubenhardt gehören, schlug am Sonntag in Berlin ihre Zelte auf, das erste Training findet am Montag statt.

Die EM beginnt am Mittwoch mit den Qualifikations-Wettkämpfen der Frauen, am Donnerstag gehen die Männer erstmals an die Geräte (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News).

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel