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Philipp Boy gewann bei der WM 2010 Silber im Mehrkampf © AFP

Der Vize-Weltmeister zieht bei der Heim-EM nach einer tollen Vorstellung ins Finale ein. Nguyen macht den Doppelsieg perfekt.

Berlin - Philipp Boy zeigte die Siegerfaust und winkte seinen Fans zu:

Der starke Vize-Weltmeister zog bei der Turn-EM nach seinem glänzenden Sieg in der Qualifikation (90,375) im Mehrkampf, am Reck sowie am Boden ins Finale ein und könnte damit in die Fußstapfen des verletzten Titelverteidgers Fabian Hambüchen treten.

Auch Marcel Nguyen überzeugte mit 89,725 Punkten und machte als Zweiter den deutschen Doppelsieg perfekt.

Der Sportsoldat kam im Mehrkampf, am Reck und am Barren ins Finale. Thomas Taranu an den Ringen sowie Sebastian Krimmer am Pferd erreichten ebenfalls die Endkämpfe.

"Dann höre ich nicht mehr auf zu grinsen"

"Ich bin zufrieden. Aber es war heute noch nicht perfekt. Hoffentlich morgen, dann höre ich nicht mehr auf zu grinsen", sagte ein glücklicher Sieger Boy.

Vor allem über seine starke Vorführung am Reck freute sich der Top-Athlet: "Ich liebe das Reck und bin froh, dass ich dort im Gerätefinale am Sonntag stehe. Da werde ich noch einmal volles Risiko gehen."

Mit insgesamt acht Finalteilnahmen übertrafen die Athleten des Deutschen Turner-Bundes (DTB) die Erwartungen.

Bei der letzten EM 2010 in Birmingham waren es zwar neun Endkämpfe, aber in Berlin fehlte neben dem an der Achillessehne operierten Hambüchen auch Matthias Fahrig.

Hirsch zufrieden

Bundestrainer Andreas Hirsch war begeistert: "Die Bilanz ist sehr positiv. Wir haben am Barren und Reck durchaus Medaillenchancen. Wir wollten zeigen, dass wir nicht einen Spatz, sondern einen Adler auf der Brust tragen."

Die Frauen hatten es am Mittwoch auf fünf Finaleinsätze gebracht. Die Mehrkampf-Endkämpfe werden am Freitag ausgeturnt, an den Einzelgeräten fallen die Entscheidungen am Samstag und Sonntag.

Boy zeigt gute Form

Vor 4000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle bestätigte Boy seine gute Form der vergangenen Wochen und zeigte an allen Geräten hervorragende Leistungen.

Gleich in seiner ersten Übung am Boden wirkte der Lausitzer enorm sicher und kassierte starke 15,250 Punkte.

Nur bei der gut ausgedrehten Dreifachschraube musste er einen Ausfallschritt machen.

Das Kampfgericht hatte zunächst einen Ausgangswert zu niedrig eingestuft. Der DTB protestierte und bekam Recht.

Unsicherheiten am Barren

Am Pferd behielt Boy den Rhythmus (14,600), an den Ringen stand er seinen Abgang einwandfrei (14,025).

Leichte Unsicherheiten gab es beim Abgang vom Barren (15,025), dagegen glänzte er wieder am Reck (15,700) und legte am Königsgerät die beste Leistung des Tages hin.

Nguyen gut erholt

Der 23 Jahre alte Nguyen zeigte sich von seinem Wadenbeinbruch gut erholt und glänzte am Boden. Allerdings erhielt der Unterhachinger nur enttäuschende 14,959 Punkte.

Am Barren indes konnte der deutsche Meister seine ganze Stärken ausspielen, meisterte äußerst schwierige Übungsteile und kam mit 15,525 Punkten weiter.

Krimmer überzeugt

Zuvor hatte Sebastian Krimmer am Pauschenperd überzeugt. Der 20-Jährige brachte es auf 14,725 Punkte. Beim Sprung ließ der Student überraschend den zweiten Versuch aus, obwohl er seine Finalchancen hätte steigern können.

"Ich wollte gar nicht weiterkommen. Ich bin nur gesprungen, weil ich mich auf den Mehrkampf vorbereiten wollte", sagte Krimmer.

Stürze am Reck

Am Reck gab es für die Gastgeber am Morgen zunächst Stürze. Weber erlaubte sich den ersten Patzer am Reck und griff beim Kovacs-Salto daneben.

"Das habe ich mir anders vorgestellt. Ich hatte einen guten Ausgangswert. Leider hat es nicht geklappt", sagte der 26 Jahre alte Routinier.

Lokalmatador Brian Gladow setzte am Reck den Kolmansalto etwas zu hoch an und musste bei dem Salto rückwärts mit ganzer Schraube ebenfalls absteigen. Platz 15 bedeutet das Aus.

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