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Philipp Boy gewann bei der EM in Birmingham 2010 Bronze im Reckturnen © getty

Nach Gold im Mehrkampf erlebt der frisch gebackene Europameister am Boden ein Fiasko. Bui und "Oma" Chusovitina glänzen.

Berlin - Der müde Champion Philipp Boy stürzte ab, Kim Bui und Oksana Chusovitina jubelten dagegen über weitere Medaillen:

Bei der Turn-EM in Berlin war die Gefühlslage der deutschen Teilnehmer zum Auftakt der Gerätefinals äußerst unterschiedlich.

Am vorletzten Wettkampftag gelang dem neuen deutschen Turn-Helden Boy nach seinem phänomenalen Triumph im Mehrkampf nicht viel: Der 23 Jahre alte Cottbuser stürzte bei seiner Bodenübung und belegte Rang acht.

"Ich bin tot. Meine Arme sind fest, meine Beine sind fest, meine Muskulatur ist hart. Ich bin froh, dass ich mich nicht verletzt habe", sagte er.

"Ich lag die halbe Nacht wach"

Es siegte der Rumäne Flavius Koczi vor Alexander Schatilow aus Israel und dem Russen Anton Golozuzkow.

Sonderlich traurig wirkte Europameister Boy aber nicht: "Ich habe diesen Wettkampf als Zusatz gesehen. Wichtig ist, dass ich morgen am Reck fit bin. Deshalb heißt es heute Abend: Wellness und Physiotherapie."

Die Nacht nach dem Triumph machte dem Europameister zu schaffen. "Mein Kopf musste viel verarbeiten. Ich lag die halbe Nacht wach, konnte nur bis halb vier schlafen", sagte Boy.

Was macht Nguyen?

Die Goldmedaille lag in seinem Hotelzimmer auf dem Tisch. Direkt nach dem Wettkampf war er zum Potsdamer Platz gefahren, dort nahm er auf der Medals Plaza sein Goldstück entgegen.

Anschließend ging es mit der Familie zum Abendessen.

Am Sonntag hofft der "Sonny-Boy" in den Gerätefinals am Reck auf einen weiteren Coup zum Abschluss. Dem deutschen Mehrkampfmeister Marcel Nguyen (Unterhaching) werden Chancen auf eine Medaille am Barren eingeräumt. Nguyen startet auch am Reck.

Chusovitina erlebt x-ten Frühling

Bei den Frauen erlebte Oksana Chusovitina ihren x-ten Frühling. Die 35 Jahre alte Turn-"Oma" aus Köln holte Silber am Sprung. Bereits 2008 hatte sie an diesem Gerät bei der EM triumphiert.

"Ich habe in den vergangenen zwei Jahren oft gezweifelt, ob es noch reicht. Doch jetzt weiß ich, dass es bis Olympia geht", sagte Chusovitina.

2012 will sie in London ihre sechsten Spiele erleben. Elisabeth Seitz aus Mannheim musste sich beim Sprung mit dem fünften Rang begnügen.

Seitz bricht ein

Am Stufenbarren lag Seitz auf Medaillenkurs, stand aber ihren Abgang nicht und kassierte Abzüge.

Am Ende reichte es für die Vize-Europameisterin im Mehrkampf nur zu Platz fünf.

"Die Luft war raus", sagte die 17-Jährige, die trotzdem eine positive Bilanz zog: "Ich gehe jetzt nicht mehr als irgendwer in die nächsten Wettkämpfe, sondern als EM-Zweite. Ein schönes Gefühl."

Bui holt Silber

Besser machte es Kim Bui am Stufenbarren. Die 22 Jahre alte Studentin aus Tübingen zeigte eine Klasse-Vorstellung und meisterte ihre schwierigen Flugteile.

Am Ende musste sie sich nur der neuen Europameisterin Sandra Izbasa (Rumänien) und Ariella Kaeslin (Schweiz) geschlagen geben.

"Jede Turnerin von uns, die hier gestartet ist, hat eine Medaille geholt. Das Publikum hat uns zum Erfolg getragen", sagte Bui.

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