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Fabian Hambüchen gewann bei Europameisterschaften dreimal Gold am Reck © getty

Nach dem geglückten Comeback und einer Weltklasse-Leistung am Reck blickt Fabian Hambüchen selbstbewusst Richtung Olympia-Quali.

München - Am Anfang gestürzt, am Ende gefeiert:

Als der erste Wettkampf nach dem Riss der rechten Achillessehne im Januar problemlos gelaufen war, durchströmten Fabian Hambüchen wahre Glücksgefühle.

"Am Reck habe ich gedacht, mir fackeln die Hände ab. Aber jetzt bin ich superhappy, wieder turnen zu können", sagte der Ex-Weltmeister und eine Riesenerleichterung zeichnete seine Gesichtszüge.

Eine Woche vor der ersten WM-Qualifikation in Altendiez kam der 23-Jährige schmerzfrei über vier Geräte.

Auf ärztliches Anraten verzichtet Hambüchen in den kommenden Monaten aber noch auf Boden und Sprung.

"Das ist immer schwer"

Am "Königsgerät" Reck allerdings war der Wetzlarer schon wieder in Weltklasseform: 16,65 Punkte, ein Ausgangswert von 7,5 Zählern, mit dieser Tageshöchstnote könnte Hambüchen schon bei den Weltmeisterschaften in Tokio durchaus wieder nach einer Medaille greifen.

"Wenn ich diese Übung sauber turne, habe ich immer eine Chance", sagte der Hesse, der sich vor knapp 500 Zuschauern auch an den Ringen und am Barren stark präsentierte.

Nur am Seitpferd musste der Olympia-Dritte gleich zweimal absteigen und kam lediglich auf mickrige 10,45 Punkte.

Hambüchen: "Erster Wettkampf, erstes Gerät - das ist immer schwer. Der Gaul hat ganz schön gebockt. Aber besser jetzt als am nächsten Wochenende."

Niederlage für Boy

Dann kommt es unter den Augen von DFB-Präsident Theo Zwanziger auch zum ersten direkten Duell mit Mehrkampf-Europameister Philipp Boy.

Zeitgleich zum Hambüchen-Comeback, das im Rahmen des 160:4-Kantersieges der KTV Straubenhardt bei der KTG Heidelberg in der Bundesliga ablief, konnte der Vize-Weltmeister aus Cottbus eine 30:37-Niederlage von Titelverteidiger SC Cottbus bei der TG Saar nicht verhindern (BERICHT: Geglücktes Comeback: Hambüchen zeigt Olympia-Programm).

Kein Glück in England

Spätestens im Olympiajahr 2012 will Hambüchen wieder alle sechs Geräte turnen und die Spiele von London fest ins Visier nehmen (EXKLUSIV: Marcel Nguyen im Interview).

Denn noch fehlt dem Ausnahmeathleten eine olympische Goldmedaille: "Das ist mein langfristiges Ziel, darauf arbeite ich jetzt schon hin."

Bisher allerdings hat ihm die Arena in North Greenwich kein Glück gebracht: Vor den Welttitelkämpfen 2009 zog er sich dort im Training einen Bänderriss zu, der Beginn einer ganzen Serie von Verletzungen.

"Im Kopf bin ich relativ frei"

Doch diese Pechsträhne soll nun überwunden sein, Angst vor weiteren Blessuren hat Hambüchen nach eigenem Bekunden nicht.

"Im Kopf bin ich relativ frei. Ich freue mich einfach, im Wettkampfgeschehen wieder dabei zu sein, will Spaß haben und meine Leistung bringen", sagte er SPORT1 (EXKLUSIV: Fabian Hambüchen im Interview).

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